Dresdner Friseurin eröffnet ersten "Zero Waste"-Salon Deutschlands

Dresden - Im Dresdner Lahmann Sanatorium eröffnet Juliette Beke (voraussichtlich) im Februar den ersten "Zero Waste"-Friseurladen Deutschlands. Sprich: Der Salon kommt ganz ohne Verpackungsmüll aus. Das ist eine echte Neuheit. Auch privat verzichtet die 40-Jährige auf unnötigen Unrat.

Der Salon von Juliette Beke (40) im Lahmann-Sanatorium kommt ohne Verpackungsmüll aus.
Der Salon von Juliette Beke (40) im Lahmann-Sanatorium kommt ohne Verpackungsmüll aus.  © Norbert Neumann

Juliette Beke lebt seit sechs Jahren den Zero-Waste-Lebensstil.

"Es war ein holperiger Anfang", erinnert sich die gelernte Friseurin an ihre Anfänge.

"Es begann alles mit der Flüchtlingskrise 2015. Dort begann ich, alles in Frage zu stellen. Ich hörte mit dem Rauchen auf und stellte meine Ernährung um."

Bis zum Zero-Waste-Lifestyle war es ein langer Weg. Stück für Stück erarbeitete sich Beke Wissen über ein nachhaltigeres Leben.

"Ich ging zu Hause durch jeden Raum und überlegte mir Alternativen."

So arbeitete sie schrittweise an der Umstellung, trank nur noch Leitungswasser aus dem Sprudler, kaufte eine Zahnbürste aus Bambus und feilte an Rezepten, die Reinigungsmittel ersetzen.

Juliette Bekes Wurmkiste ist ihr ganz eigener Kompost

Abgeschnittene Haare, Kaffeesatz und Co. werden in der Wurmkiste kompostiert.
Abgeschnittene Haare, Kaffeesatz und Co. werden in der Wurmkiste kompostiert.  © privat

"Ich bin aber auch nicht zu einhundert Prozent perfekt. Wenn ich mir im Sommer unterwegs ein Eis essen möchte, dann kaufe ich mir auch mal eins in Folienverpackung."

Seit 1,5 Jahren besitzt Beke eine Wurmkiste - sozusagen ihren eigenen Kompost. "So entsteht super nährreicher Humus."

Eben so eine Kiste für organische Abfälle wie Haare wird auch in ihrem neuen Dresdner Zero-Waste Salon zum Einsatz kommen.

Shampoos und Haarsprays rührt Beke selbst an

Wie aber funktioniert ein Friseursalon so ganz ohne Chemie und Verpackungsmüll?

"Im Prinzip wie bei mir zu Hause", sagt Beke. "Die Haare wasche ich den Kunden mit einem selbstgemischten Shampoo aus Seifenspänen und Wasser."

Haarspray rührt die 40-Jährige aus Wasser, Zitrone und Wodka an. "Meine Produkte kann man im Prinzip sogar essen."

Bei ihren Produkten und Zutaten achtet Juliette Beke darauf, dass sie ohne Plastik und Verpackungsmüll geliefert werden.

Titelfoto: Norbert Neumann

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