Dresdner Juwelenraub: Richter fasziniert vom "scheinbar perfekten Verbrechen"

Dresden/Dessau - Drei Jahre liegt der Raubzug im Grünen Gewölbe zurück, seit Januar läuft das Gerichtsverfahren gegen die sechs Beschuldigten.

Patrick Burow (57) in Richterrobe in seiner Wahlheimat Dessau.
Patrick Burow (57) in Richterrobe in seiner Wahlheimat Dessau.  © privat

Dieser Krimi aus der wirklichen Welt ist nun auch einer in der erfundenen, denn er ist Roman geworden. "Der Diamanten Coup", so lautet der Titel dieses Exemplars einer als "True Crime" bezeichneten Literatur-Gattung. Der Verfasser, Patrick Burow, ist im Hauptberuf Richter.

Man stelle sich Folgendes vor: Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, machte sich zusammen mit einem Kunstdetektiv höchstpersönlich auf die Jagd nach den Räubern und den geraubten Preziosen, verliebte sich dabei in ihren Mitjäger und ließe sich gar leidenschaftlich von ihm küssen.

Dieses in der Realität auszuschließende Szenario ist ein Kern der Romanhandlung. Ackermanns Spiegelfigur als Direktorin in der Geschichte heißt Julia Graf, eine Fantasiegestalt, die an der Seite von Kunstdetektiv Adrian Falke ihrerseits zur Detektivin wird.

"Pink Panther" kommen im Roman ins Spiel

Das Buch, erschienen bei Benevento für 22 Euro.
Das Buch, erschienen bei Benevento für 22 Euro.  © PR

Je weiter die Geschichte fortgesponnen wird, desto mehr löst sie sich von den wahren Begebenheiten, die eingangs des Romans detailgetreu wiedergegeben werden, bis hin zu dem nunmehr oft zitierten Satz des vormaligen Generaldirektors Martin Roth, die Schätze im Grünen Gewölbe seien "gesichert wie in Fort Knox".

Doch sind die der Tat Verdächtigen, anders als in der Wirklichkeit, keine arabischen Clanmitglieder, stattdessen kommen die "Pink Panther" ins Spiel, was nicht allein einen berühmten Kinofilm bezeichnet, sondern ebenso eine tatsächliche Bande von Juwelendieben.

Der Autor des Buches, Patrick Burow (57) aus Hamburg, ist Richter in Dessau und schreibt seit mehr als 20 Jahren Krimis, meist (diesmal nicht) unter dem Pseudonym Falk van Helsing.

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Der Dresdner Juwelendiebstahl habe ihn inspiriert, schreibt Burow im Nachwort des Buches. Als Richter habe ihn dieses "kühne und scheinbar perfekte Verbrechen fasziniert".

Sein Roman ist kein Meisterwerk, aber unterhaltsamer Krimi allemal.

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