Dresdner Kita-König verurteilt

Dresden - Er wollte ein bundesweites Kita-Imperium aufziehen und scheiterte kläglich.

Ex-Kolping-Chef Stephan M. (55) kommt mit Bewährung davon.
Ex-Kolping-Chef Stephan M. (55) kommt mit Bewährung davon.  © Peter Schulze

13 Jahre nachdem Ex-Kolping-Chef Stephan M. (55) das Projekt „Kindervilla“ in Dresden in den Sand gesetzt hatte, hat dieses Kapitel nun auch endlich einen juristischen Abschluss gefunden. Das Landgericht Dresden verurteilte den Brandenburger zu 22 Monaten Haft auf Bewährung.

In einer Zeit der Not an Kita-Plätzen sorgte Stephan M. für Aufsehen. Sein Plan: Ganztags-Kitas, mit ausgebildetem Personal, betrieben über Franchise-Nehmer. 

Zwei Pilotobjekte standen in Dresden, 28 weitere sollten bundesweit folgen. Die Firma „Kindervilla“ wollte Grundstücke organisieren, Gebäude errichten lassen, für Ausstattung sorgen.

Doch das war offenbar alles gelogen. 

"Sie haben die Franchise-Nehmer vertröstet und getäuscht", so der Richter zum Angeklagten. Mindestens sechs solcher Lizenznehmer zahlten Gebühren und Kautionen von je rund 170 000 Euro auf Konten der „Kindervilla“. Aber nichts passierte.

 Im Jahr 2007 erstatteten die Ersten Anzeigen, 2009 gab es eine bundesweite Razzia.

Die Anklage wegen Betruges aus dem Jahr 2013 gegen den Kita-König blieb aber liegen, weil das Gericht mit anderen Wirtschaftssachen überlastet war. Nun wurde verhandelt.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Wo die Gelder geblieben sind, konnte auch der Prozess nicht klären.

Die "Kindervilla" an der Basteistraße im Jahr 2001.
Die "Kindervilla" an der Basteistraße im Jahr 2001.  © Steffen Füssel

TAG24 berichtete bereits hier über den Gerichtsprozess.

Titelfoto: Peter Schulze

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