Dresdner Medizinprofessor: Hoffe auf Entscheidung zu AstraZeneca in einer Woche

Dresden – Die Corona-Lage in Sachsen verschlechtert sich wieder zusehends. Zunehmend sind auch Jüngere von schweren Krankheitsverläufen betroffen. Aber es gibt Hoffnung: Möglicherweise wird der am Montag gestoppte Impfstoff von AstraZeneca bereits in einer Woche wieder freigegeben werden.

Prof. Michael Albrecht (71) vom Universitätsklinikum Dresden äußerte sich zum gestoppten Impfstoff von AstraZeneca.
Prof. Michael Albrecht (71) vom Universitätsklinikum Dresden äußerte sich zum gestoppten Impfstoff von AstraZeneca.  © Thomas Türpe

"Ich hoffe auf eine Entscheidung zu AstraZeneca in zirka einer Woche", sagte Professor Michael Albrecht (71) vom Uniklinikum Dresden am Dienstag im Anschluss an die Sitzung des sächsischen Kabinetts.

Und weiter: "Ich gehe davon aus, dass es bis dahin eine hochexakte Prüfung durch das Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland und auf europäischer Ebene geben wird." Der Stopp sei zu einem "extrem ungünstigen Zeitpunkt gekommen."

Albrecht ist Medizinischer Vorstand des Uniklinikums und Krankenhauskoordinator für den Freistaat im Bereich Ostsachsen.

Der Mediziner mahnte zu großer Vorsicht bezüglich der aktuellen, sich wieder verschärfenden Entwicklung bei der Corona-Lage.

So würden die Menschen, die an Corona erkrankten und stationär behandelt werden müssen, im Durchschnitt immer jünger.

Habe der Altersdurchschnitt bislang bei 70 Jahren gelegen, sei er nun auf 60 und darunter gesunken – Tendenz weiter abfallend. Das betreffe übrigens alle, also auch schwere Krankheitsverläufe.

Nur ein harter Lockdown wirke als Wellenbrecher

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).  © Robert Michael/dpa

Momentan liegen laut Albrecht 1001 Corona-Patienten in ganz Sachsen auf Stationen. Am 30. März werden es einer Prognose zufolge 1080 sein. Die "gefährliche Grenzmarke" sind laut Albrecht 1300 stationär Behandelte. "Ab da plädiere ich für einen harten Lockdown", so der Professor.

Nur das wirke als Wellenbrecher, wie sich gezeigt habe. Ein weicher Lockdown helfe nicht und bringe die Krankenhäuser im Freistaat wie zuletzt im Dezember an ihre absoluten Grenzen. Damals hatte Sachsen sogar Dutzende Kranke in andere Bundesländer verfrachten müssen.

Neuigkeiten auch zu den Schulen: Ab Mittwoch soll an den Schulen nun die Testpflicht gelten, kündigte am Dienstag Kultusminister Christian Piwarz (45, CDU) an. Hintergrund sind die in ausreichender Menge vorhandenen Selbsttests.

Am Donnerstag will Piwarz mit Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) entscheiden, ob in den inzwischen acht Landkreisen mit einer Inzidenz über 100 die Schulen und Kitas wieder geschlossen werden müssen. "Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht", unterstrich der CDU-Politiker.

Stand jetzt offen bleiben die Schulen im Landkreis Görlitz, im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Landkreis Leipzig sowie in den Städten Leipzig und Dresden.

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, Thomas Türpe

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