Horror-Jahr für die DVB: Fast 16 Millionen Euro Verlust!

Dresden - In den vergangenen Jahren jagten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) von einem Fahrgast-Rekord zum nächsten.

"Hereinspaziert": Die beiden DVB-Bosse Andreas Hemmersbach (52, l.) und Lars Seiffert (51) werben um Kunden.
"Hereinspaziert": Die beiden DVB-Bosse Andreas Hemmersbach (52, l.) und Lars Seiffert (51) werben um Kunden.  © Holm Helis

Doch statt weiter in Richtung der Zukunftsmarke von 200 Millionen Fahrgästen zu marschieren, brachte das Corona-Jahr 2020 herbe Einschnitte. So heftig waren die Verluste, und das macht beim Blick in die Zukunft Hoffnung - und Sorgen zugleich.

Jahrelang pendelten die jährlichen Passagierzahlen um die 150 Millionen. Ab 2016 wurde dann kräftig zugelegt. 2019 fuhren 164 Millionen Fahrgäste mit Bus oder Bahn. Durch die mittlerweile zwei Lockdowns war das nicht zu halten.

Etwa 125 Millionen Passagiere wurden voriges Jahr registriert. Das ist der geringste Wert seit der Umstellung der Zählweise im Jahr 1998. Teilweise sank die Auslastung werktags um 70 Prozent. Zurzeit zählen die DVB etwa die Hälfte der üblichen Fahrgäste.

15,9 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen fehlen damit. Obendrauf kommen 2,7 Millionen Euro für die extrem erhöhten Hygienemaßnahmen, zum Beispiel zusätzliche Fahrzeuginnenreinigung und -desinfektion an den Linien-Endpunkten.

Auch der zweite Lockdown trifft die DVB heftig. Aktuell fahren 50 bis 60 Prozent weniger Leute Bus und Bahn.
Auch der zweite Lockdown trifft die DVB heftig. Aktuell fahren 50 bis 60 Prozent weniger Leute Bus und Bahn.  © Eric Münch
Extrem gründlich und regelmäßig werden Busse und Bahnen desinfiziert. 2,7 Millionen Euro Mehrkosten werden fällig.
Extrem gründlich und regelmäßig werden Busse und Bahnen desinfiziert. 2,7 Millionen Euro Mehrkosten werden fällig.  © Steffen Füssel

Abo-Kunden bleiben treu

So deutlich verloren die DVB coronabedingt Fahrgäste.
So deutlich verloren die DVB coronabedingt Fahrgäste.  © Grafik: DVB

Zwei Millionen Euro konnten durch weniger Fahrten eingespart werden. Mit Abzug der Hygiene-Kosten wird der Fehlbetrag von 13,9 Millionen Euro von Bund und Land übernommen.

Für dieses Jahr rechnen die DVB mit vergleichbar hohen Zusatz-Verlusten. Das Problem dabei: "Bislang gibt es keinerlei Signale für einen erneuten Rettungsschirm, das bereitet uns einige Sorgenfalten", sagt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (52).

Hoffnungsfroh stimmt das Verhalten der Abo-Kunden. Deren Zahl konnte nochmals um 4 000 auf nun 130.000 gesteigert werden. Um die treuesten Kunden weiter im Boot zu halten, könnte es wiederum eine Sommer-Aktion geben.

In den letzten Sommerferien konnten Abo-Jahreskunden ihr Dresden-Ticket im kompletten VVO-Bereich nutzen. "Dazu gibt es erneut Gespräche", so Hemmersbach.

Titelfoto: Eric Münch/Steffen Füssel

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