Zurück zum Auto! Corona lässt viele Bus- & Bahn-Nutzer wieder umsteigen

Dresden - Die öffentlichen Verkehrsmittel sind der Verlierer der Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), für die seit dem Frühjahr 2020 fünf Befragungen (drei im Jahr 2020, zwei im vergangenen Jahr) durchgeführt wurden. Profiteur ist das Auto.

Während den Verkehrsbetrieben anderswo die Abo-Kunden in Scharen weglaufen, halten die Dresdner den DVB die Treue.
Während den Verkehrsbetrieben anderswo die Abo-Kunden in Scharen weglaufen, halten die Dresdner den DVB die Treue.  © Holm Helis

"Die Angst vor Ansteckung und das Unbehagen in kollektiv genutzten Verkehrsmitteln haben sich tief in den Köpfen der Menschen verankert", sagt Claudia Nobis vom DLR-Institut für Verkehrsforschung in Berlin.

So fühlen sich laut der Studie 53 Prozent der Befragten im ÖPNV unwohler oder deutlich unwohler als vor der Pandemie.

Ergebnis: Von den befragten Nutzern von Zeitkarten haben 27 Prozent ihr Abo gekündigt. 30 Prozent der ehemaligen ÖPNV-Nutzer fahren inzwischen vermehrt mit dem Auto.

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Das bekommen auch die DVB zu spüren. Allerdings sei die Zahl der Abo-Kündigungen in Dresden im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten eher gering. "Die Abo-Kunden sind zwar weniger mitgefahren, haben aber überwiegend ihr Abo behalten", sagt DVB-Sprecher Falk Lösch.

Die genauen Zahlen werden derzeit noch erarbeitet. Einen leichten Rückgang registrierten die DVB bei den Job-Tickets, was wohl mit dem Arbeiten im Homeoffice und der Kurzarbeit von Firmen zusammenhängt.

"Im Gegenzug gab es im Spätsommer mehrere Zehntausend neue Abschlüsse des eingeführten Bildungstickets", so Lösch.

Titelfoto: Holm Helis

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