Dresdner Wirte zittern vor nächstem Lockdown

Dresden - Die Angst geht um unter Dresdens Gastronomen - die Angst vor einem zweiten Corona-Lockdown. Dabei waren viele von ihnen nach dem Sommer mit einem positiven Gefühl in den Herbst gestartet.

Schießhaus-Chefin Ute Stöhr (51) hat in die Sicherheit ihrer Gäste investiert und sieht ihre Branche zu Unrecht am Pranger.
Schießhaus-Chefin Ute Stöhr (51) hat in die Sicherheit ihrer Gäste investiert und sieht ihre Branche zu Unrecht am Pranger.  © Petra Hornig

Doch die Diskussionen um Sperrstunden und Appelle der Politik, die Menschen mögen zu Hause bleiben, haben diesen Optimismus verfliegen lassen.

An seine Stelle tritt neben der Angst vor den kommenden Monaten zunehmend auch Wut. Denn die Branche hat das Gefühl, zum Sündenbock für die steigenden Infektionszahlen gemacht zu werden.

"Wir sind nicht das Problem, sondern die Lösung", sagt Kathleen Parma (56) von der Initiative "Leere Stühle" und spricht damit aus, was viele Gastronomen denken.

Gastronomen wie Ute Stöhr (51), Inhaberin des Restaurants "Zum Schießhaus": "Wir haben in Trenner aus Plexiglas investiert, Tische rausgenommen, die Lüftungsanlage umbauen lassen und achten auf Abstand und Maskenpflicht", sagt sie.

Außerdem gebe es Hygienepläne und keine langen Tafeln mehr. Mit solchen Maßnahmen könne man sich in der Gastronomie gar nicht mehr mit Corona infizieren.

Das zeigen auch die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, nach denen sich nur 0,5 bis 1,5 Prozent der Infizierten in der Gastronomie angesteckt haben. Das Bild in der Öffentlichkeit sei jedoch ein anderes.

Gastronomen fordern mehr Vertrauen von der Politik

"Es wird Panik gemacht und mit dem Finger auf die Gastronomie gezeigt", ärgert sich Stöhr. Die Folge: Stornierungen, Umsatzrückgänge und Unsicherheit für das Personal.

Bei Ralph Krause (49), der in Dresden fünf Restaurants betreibt, ist die Zahl der Mitarbeiter bereits von über 100 auf 60 gesunken. Und die ausbleibenden Gäste treffen sich stattdessen ohne Kontrolle zu Hause.

Von der Politik fordert Stöhr deshalb mehr Vertrauen. "Wir können das", sagt die Gastronomin.

Titelfoto: Petra Hornig

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