Dürfen Museen und Theater bald öffnen, Kinos aber nicht?

Dresden - Mit dem Beginn des zweiten Lockdowns mussten Theater, Konzerthäuser, Museen und Kinos - wie schon im ersten Lockdown - schließen. So einheitlich diese Schließung vollzogen wurde, so unterschiedlich sind die Perspektiven für die Wiedereröffnung. Für Museen und Theater/Konzerthäuser sind Zeiträume ins Auge gefasst. Was aber ist mit den Kinos?

Der Ufa-Kristallpalast in Dresden, im Lockdown verwaist wie alle anderen Kinos auch.
Der Ufa-Kristallpalast in Dresden, im Lockdown verwaist wie alle anderen Kinos auch.  © Norbert Neumann

Museen sollen bei günstigen Inzidenzen vielleicht schon Anfang März wieder öffnen, eher als Theater und Konzerthäuser, die sich im Einvernehmen mit Staatsregierung und Stadtverwaltung bis Ostern geschlossen halten werden.

Im Wesentlichen zwei Gründe sind für die Ungleichbehandlung entscheidend. Zum einen braucht die darstellende Kunst einen längeren Planungsvorlauf für einen Neustart, zum anderen sind die Corona-Schutzbestimmungen - etwa die Abstandsregelungen oder die Steuerung von Publikumsströmen betreffend - in Museen leichter umzusetzen, weil sie für ihr Publikum nicht auf einen Zuschauersaal angewiesen sind.

Wie ist es mit Kinos? Vor dem Hintergrund der genannten Kriterien sitzen sie gewissermaßen zwischen den Stühlen.

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Mit den Theatern teilen sie die Zuschauersituation in einem Saal, einen Planungsvorlauf brauchen sie indes grundsätzlich so wenig wie ein Museum. Sobald die Verleiher ihre Filme freigeben, ist ein Kino grundsätzlich von heute auf morgen spielbereit.

Stufenpläne für die Wiederöffnung

Das Thalia auf der Görlitzer Straße in Dresden. Auch hier würde man gern wieder spielen.
Das Thalia auf der Görlitzer Straße in Dresden. Auch hier würde man gern wieder spielen.  © Norbert Neumann

Nach der derzeit geltenden Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung sind die Kinos für die Geltungsdauer der Verordnung, das heißt bis zum 14. Februar, geschlossen.

Es könne schon allein aufgrund der weiterhin zu hohen Infektionsraten nicht damit gerechnet werden, dass die Kinos dann wieder unmittelbar öffnen können, heißt es in einer Antwort von Jörg Förster, Sprecher des Sächsischen Kulturministeriums, auf eine entsprechende Anfrage von TAG24.

"Derzeit wird auf Ebene des Bundes und der Länder über Stufenpläne für Wiedereröffnungsschritte diskutiert, und die Kulturministerkonferenz als Teil der Kultusministerkonferenz wurde von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beauftragt, eine Strategie für die Wiedereröffnung der Kultureinrichtungen zu erarbeiten", so Förster.

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Und weiter: "Es steht noch nicht fest, wo sich da die Kinos einordnen. Es liegt aber näher, diese wie Theater zu behandeln."

Was eine Schließzeit bis mindestens Ostern bedeutete. Eventuell beim Treffen von Bund und Ländern am 10. Februar könnte das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen.

Währenddessen sind die meisten Betreiber von Kinos, Multiplexen wie Arthouse, an einem einheitlichen Neustart der Branche interessiert, wobei nicht zuletzt das Interesse der Verleiher leitend ist. Besonders im Blockbuster-Bereich, der am ertragreichsten ist, lohnt das Wiederhochfahren nur, wenn der Markt flächendeckend gesättigt werden kann.

Titelfoto: Norbert Neumann

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