Eichelhäher legen Sachsens teuerste Baustelle lahm

Pirna - Was Naturschützer in jahrelangem Kampf nicht schafften, brachte jetzt Familie Eichelhäher zustande: Das mit 100 Millionen Euro teuerste Straßenbauprojekt in Sachsen wurde vorerst gestoppt - allerdings nur für wenige Wochen.

So soll die Gottleubatalbrücke aussehen, wenn sie in zwei Jahren für den Verkehr freigegeben wird.
So soll die Gottleubatalbrücke aussehen, wenn sie in zwei Jahren für den Verkehr freigegeben wird.  © DEGES

Pirnas Südumfahrung ist das derzeit teuerste Straßenbauprojekt im Freistaat.

Eine 3,8 Kilometer lange Trasse soll vom Pirnaer Autobahnzubringer über zwei Täler und durch einen Tunnel zur B 172 auf dem Sonnenberg führen.

Kern des Projektes ist die 916 Meter lange und bis zu 70 Meter hohe Gottleubatalbrücke.

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Bereits im Mai hätte einer der wichtigen Brückenköpfe betoniert werden sollen.

Doch in einem von Bauarbeitern unbeobachteten Moment baute sich ein Eichelhäherpaar ein Nest in die Verschalung und war in der Familienplanung äußerst erfolgreich: Sieben kleine Schnäbel waren in den letzten Wochen zu versorgen.

Bauherr Deges musste die Arbeiten einstellen, bis der letzte kleine Eichelhäher in dieser Woche ausgeflogen ist.

Deges-Sprecher Lutz Günther: "Der Zeitverzug beträgt etwa sechs Wochen, die Arbeiten werden am Montag wieder aufgenommen."

Für das 100-Millionen-Projekt wurde die Natur geschunden. Umweltschützer hatten vergeblich dagegen angekämpft.
Für das 100-Millionen-Projekt wurde die Natur geschunden. Umweltschützer hatten vergeblich dagegen angekämpft.  © BeMo Tunneling
Sieben hungrige Schnäbel waren in den letzten Wochen zu sättigen. So lange mussten die Bauarbeiten ruhen.
Sieben hungrige Schnäbel waren in den letzten Wochen zu sättigen. So lange mussten die Bauarbeiten ruhen.  © DEGES

Etwas länger muss man noch an einer anderen Stelle warten - dort wurden Wanderfalken in 60 Metern Höhe zu Kranbesetzern. Die Jungen werden erst im August flügge, so lange ist das Arbeitsgerät unbrauchbar.

Titelfoto: DEGES

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