"Ein Skandal": Pflegekräfte in Sachsen sollen länger arbeiten

Dresden - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die neuen Ausnahmeregelungen im sächsischen Arbeitszeitgesetz als nicht nachvollziehbar kritisiert.

Die Beschäftigten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen in Sachsen sollen die tägliche Höchstarbeitszeit überschreiten dürfen.
Die Beschäftigten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen in Sachsen sollen die tägliche Höchstarbeitszeit überschreiten dürfen.  © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

"Die Beschäftigten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen arbeiten am Anschlag, personelle Engpässe können nicht mehr kompensiert werden", sagte Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie am Samstag. Vor diesem Hintergrund eine Erhöhung der Arbeitszeit einzuräumen, sei ein Skandal.

Die neue Allgemeinverfügung der Landesdirektion gilt ab Samstag. Darin sind unter anderem Ausnahmen von der täglichen Höchstarbeitszeit in der medizinischen Behandlung und Pflege sowie bei den mobilen Impfteams festgehalten. Krematorien können zudem an Sonn- und Feiertagen die tägliche Arbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden setzen.

Verdi kritisiert dieses Vorgehen insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Tarifrunde. "Auf der einen Seite lehnen die Verhandlungsführer in der aktuell laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten an medizinischen Einrichtungen, in Krankenhäusern, Kindertagesstätten und in den Dienststellen des Freistaates alle ver.di Forderungen ab", sagte Greie.

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Und weiter: "Auf der anderen Seite erwarten sie gerade vom medizinischen Personal immer mehr. Das passt nicht zusammen."

Aufruf zum Warnstreik

Erst am Dienstag rief die Gewerkschaft alle Tarifbeschäftigten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) zum Warnstreik auf. In den bisherigen beiden Verhandlungsrunden habe es kein Angebot gegeben, über das es sich zu diskutieren gelohnt hätte, sagte Gewerkschaftssekretärin Julia Greger am Dienstag.

Die nächste Verhandlungsrunde ist nun für den 27. und 28. November angesetzt.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/ZB/dpa

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