Proteste gegen Verkehrskonzept zum Fernsehturm: Einwohner-Versammlung im Kulturpalast

Dresden - Um möglichst alle Corona-Regeln einzuhalten, fand die Einwohnerversammlung zum Fernsehturm-Verkehrskonzept im Kulturpalast statt. Dort wurde klar: Aus Sicht der Planer kann ein intelligentes Konzept funktionieren. Doch es gibt deutlichen Widerstand.

Der Fernsehturm soll wiedereröffnet werden. Im Kulturpalast sprachen viele Gegner, die dem Verkehrskonzept nicht trauen.
Der Fernsehturm soll wiedereröffnet werden. Im Kulturpalast sprachen viele Gegner, die dem Verkehrskonzept nicht trauen.  © imago images/Shotshop

So gibt es mittlerweile eine "Bürgerinitiative Fernsehturm". Gründet wurde die im Oktober 2019. 

"Damals feierte die Prominenz auf dem Turm, wir als Anwohner wurden nicht mal eingeladen, sondern weggeschickt. Kritische Stimmen werden nicht wahrgenommen", so Stefan Döring (49), der Freitag im Kulti seine Sorgen anbrachte. 

Seine zentrale Frage: "Wie will die Stadt all das durchsetzen?" So sei zum Beispiel der geplante Ausbau der Staffelsteinstraße in Dresden nur durch Enteignen machbar.

Stefan Szuggat, Amtsleiter im Stadtplanungsamt: "Es gibt keine oder geringstmögliche Beeinträchtigungen von Grundstückseigentum. Maximal werden Splittergundstücke gebraucht."

Grundsätzlich will die Stadt knapp 45 Millionen Euro investieren, um die Straßen rund um den Fernsehturm für mehr Verkehr herzurichten. Mehr als 40 Millionen Euro hätten ohnehin investiert werden müssen. 

An den Turm fahren sollen hauptsächlich Busse, Autos müssen an P+R-Parkplätzen halten.

Der Turm würde frühestens 2025 öffnen

So eng geht es rund um den Fernsehturm zu. Busse haben aktuell kaum Platz.
So eng geht es rund um den Fernsehturm zu. Busse haben aktuell kaum Platz.  © privat
Die "Bürgerinitiative Fernsehturm Dresden" ist mit den momentanen Plänen der Stadt unzufrieden.
Die "Bürgerinitiative Fernsehturm Dresden" ist mit den momentanen Plänen der Stadt unzufrieden.  © Eric Münch
"Wir werden uns immer an Recht und Gesetz halten": OB Dirk Hilbert (48, FDP) zu den Kritikern des Verkehrskonzeptes.
"Wir werden uns immer an Recht und Gesetz halten": OB Dirk Hilbert (48, FDP) zu den Kritikern des Verkehrskonzeptes.  © Eric Münch

Die Vision der Stadt: Mit dem Bus geht es zukünftig ab Postplatz statt aktuell in 56 Minuten dann in 40 Minuten an den Turm. Wer aktuell mit dem Auto ab Innenstadt zum Turm fährt, braucht 36 Minuten. 

Zukünftig wären es 40 Minuten (Parkplatz und Weiterfahrt mit Bus). Ebenfalls denkbar: ein P+R Parkplatz auf der Altstädter Seite und Amphibienfahrzeuge für die Elbquerung.

Aus Sicht von Amtsleiter Szuggat könnten die zentralen Straßenbauprojekte bis 2026 fertig werden. Der Turm würde frühestens 2025 öffnen. 

Anwohner blieben dennoch skeptisch. Ex-Stadtrat Jan Kaboth: "Uns fällt auf die Füße, dass seit vielen Jahren hätte saniert werden müssen. Die Skepsis ist nachvollziehbar."

OB Dirk Hilbert (48, FDP): "Das hier war nicht das Ende, sondern der Anfang unserer Diskussionen. Am Schluss steht ein großer Ratsbeschluss."

Titelfoto: Eric Münch, Juergen Maennel

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