Endlich wieder Leben in den Kunstsammlungen!

Dresden - Den steigenden Inzidenzen zum Trotz haben am Freitag sieben weitere Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wiedereröffnet. Vor knapp zwei Wochen hatten Gemäldegalerie und Grassi Museum den Anfang gemacht. Die Aufmerksamkeit gestern lag vor allem auf neuen Ausstellungen im Albertinum und im Kupferstich-Kabinett.

Zwei Damen neugierig vor Ernesto Netos "the house".
Zwei Damen neugierig vor Ernesto Netos "the house".  © Eric Münch

Der Titel der Ausstellung im Albertinum mit Werken der Sammlung Hoffmann, die seit drei Jahren von Berlin nach Dresden herüberwächst, gibt gleichfalls eine passende Überschrift für den Wiedereröffnungs-Reigen der SKD nach monatelanger Zwangsschließung ab: "Still Alive" - noch am Leben.

Und wie!, möchte man ausrufen. Die Schau enthält 65 Werke in drei Abteilungen, die einen fesselnden Blick auf die Kunst der Gegenwart erlauben, auch in ihrer unterschiedlichen Materialisierung als Installation, Video oder klassisch als Bild.

Unser Foto zeigt die Arbeit "the house" des 1964 geborenen Brasilianers Ernesto Neto von 2003, eine Installation aus einer Art von unbeständigem Weichschaum, der mit der Zeit zerfällt.

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"Ein Zeichen der Vergänglichkeit", erklärt Dorothée Brill, Leiterin der Schenkung Sammlung Hoffmann. Vergänglichkeit ist das Motto einer der drei Abteilungen, die Ausstellungsmacher sprechen von Strängen.

Die anderen Stränge thematisieren den Lauf der Geschichte und Kunst in ihrer Entstehung.

Wer sich für die Kunst interessiert sollte sich beeilen – die Inzidenzen sind hoch

Den Blick nach vorn richtet das Kupferstich-Kabinett mit seiner Ausstellung Crossing Borders - Sammeln für die Zukunft. Die Schau ist das Gegenstück zur Jubiläumsausstellung "300 Jahre Sammeln", welche die Geschichte des Museums beleuchtet hatte.

Auch die aktuelle Schau präsentiert den eigenen Bestand, ergänzt durch Leihgaben, darunter wiederum Arbeiten aus der Sammlung Hoffmann.

"In den Blick genommen werden zeitgenössische Arbeiten, die erst in den letzten Jahren erworben wurden und in besonderer Weise grenzüberschreitend und vorausschauend sind", heißt es in der Einführung zum Ausstellungsheft.

Zu sehen sind 45 Arbeiten, unter anderem von Joseph Beuys, A.R. Penck, Marina Abramović , Isa Genzken, Wolfgang Tillmans und Lutz Dammbeck.

Außer Gemäldegalerie, Grassi Museum, Albertinum und Kupferstich-Kabinett sind Historisches Grünes Gewölbe, Lipsiusbau, Porzellansammlung und Mathematisch-Physikalischer Salon im Wechsel sowie das Museum für Sächsische Volkskunst wieder geöffnet.

Wer sich interessiert, sollte wohl das Wochenende für einen Ausstellungsbesuch aufwenden. Dass die Museen in den Tagen darauf wieder dichtmachen könnten, ist angesichts hoher Inzidenzen und gefüllter Krankenhäuser wohl naheliegend.

Titelfoto: Eric Münch

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