Er kassierte Gebühren, lieferte aber nie: Dresdner Onkel Dagobert gab sich als Goldhändler aus

Dresden - Dagobert Duck hat einen Geldspeicher voll Gold. So will es die Legende um die legendäre Comic-Figur. Dagobert K. (85) aus Dresden ist fest überzeugt, dass er jede Menge Gold in Ghana geerbt und die Lizenz zum Vertrieb des Edelmetalls hat. "Ich bin über die Jahre ein fast perfekter Goldhändler geworden", behauptet der einstige Unternehmensberater, der wegen Betruges vor Gericht steht.

Vorbild Dagobert Duck (l.)? "Das Goldgeschäft hat eigene Gesetze", ist Dagobert K. (85) überzeugt. Laut Staatsanwalt beging er Betrugstaten.
Vorbild Dagobert Duck (l.)? "Das Goldgeschäft hat eigene Gesetze", ist Dagobert K. (85) überzeugt. Laut Staatsanwalt beging er Betrugstaten.  © Fotomontage: Imago/stock&people, Peter Schulze

Laut Anklage bot Dagobert Privatpersonen riesige Darlehen an. Die Kohle sollte aus dem Verkauf seiner Goldreserven in Ghana kommen. Dafür kassierte er 2500 Euro Transportkosten oder andere Gebühren in bar.

Das Bargeld behielt Dagobert, Darlehen wurden nie ausgezahlt, schon gar nicht Gold verkauft. "Das hat immer geklemmt", sagte der Angeklagte, der "mit Fug und Recht" Teil einer Erbengemeinschaft in Afrika sein will.

Eine Dame habe ihn angeschrieben. Ihr Vater hätte viel Gold vererbt, sie bräuchte einen "seriösen" Menschen, der ihr beim Vertrieb hilft. Dagobert stieg ins Geschäft ein.

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"Ich kommunizierte mit der Frau und ihrem Anwalt", so der Angeklagte. Übers Internet. Gesehen hat er die Geschäftspartner noch nie, war auch noch nie in Ghana. "Kam immer was dazwischen."

Auch Geldwäsche wirft die Anklage dem Senior vor. Gut 70.000 Euro, die Betrugsopfer auf sein Konto überwiesen, leitete er weiter. Erstaunlicherweise nach Ghana. Wahlweise gab er das Geld aus. Zwar ermittelte die Polizei irgendwann gegen ihn und mahnte eindringlich, derlei Geschäfte zu unterlassen.

Dagobert wiegelte aber noch im Gericht ab: "Die Polizei hat ja doch keine Ahnung." Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Fotomontage: Imago/stock&people, Peter Schulze

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