Ersatzteil-Engpass bei Dresdens neuen Bahnen: Die alten Tatras müssen wieder ran!

Dresden - Rückkehr aus dem Ruhestand für die alten Tatra-Straßenbahnen der DVB. Nach zwölf Jahren feiern die tschechischen Fahrzeuge ihr Comeback im Liniendienst. Ein erhöhter Fahrzeugbedarf in Kombination mit fehlenden Ersatzteilen für die anderen Bahnen machen diesen Schritt notwendig.

Um Löcher im Fuhrpark zu stopfen, werden die alten Tatra-Bahnen ab heute wieder im Linienbetrieb der DVB eingesetzt.
Um Löcher im Fuhrpark zu stopfen, werden die alten Tatra-Bahnen ab heute wieder im Linienbetrieb der DVB eingesetzt.  © Thomas Türpe

"Manche Komponenten wie die benötigten Stromrichter können die Hersteller nicht liefern, weil der Weltmarkt für elektronische Bauteile leer ist", erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch.

Der Vorrat, der vorsorglich angelegt wurde, sei mittlerweile aufgebraucht. "Ähnlich sieht es mit sogenannten Schlingerdämpfern aus. Auch hier gibt es Lieferrückstand", so Lösch.

Im Zusammenspiel mit der regulären Wartung und der Beseitigung üblicher Unfallschäden hat die Teileknappheit zur Folge, dass von 166 Dresdner Stadtbahnen täglich zwischen 15 und 20 Fahrzeuge in der Werkstatt stehen.

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Deshalb wird auf die elf noch zugelassenen Tatra-Wagen zurückgegriffen, aus denen jetzt fünf Züge gebildet werden. "Insgesamt vier Züge sind tagsüber auf den Linien 3 und 9 unterwegs. Einer bleibt in Reserve und dient als Ersatzfahrzeug", sagt Lösch.

Weil die alten Wagen aber nicht barrierefrei sind, soll das Comeback von möglichst kurzer Dauer sein. Je nach Verfügbarkeit von Stadtbahnen ende der Einsatz mit dem Beginn des Ferienfahrplans, spätestens jedoch im Herbst, heißt es.

Titelfoto: Thomas Türpe

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