Erster Markt nach dem Verbot: Getümmel am Gemüsestand

Dresden - Erst erlaubt, dann verboten - und jetzt wieder erlaubt: Nachdem der Freistaat den Weg doch noch frei machte, durften am Mittwoch wieder Wochenmärkte öffnen. TAG24 mischte sich ins Getümmel - ein Report.

Nur wenige Besucher trugen einen Mundschutz wie dieser Dresdner (55), der sich drei Fischbrötchen kaufte.  
Nur wenige Besucher trugen einen Mundschutz wie dieser Dresdner (55), der sich drei Fischbrötchen kaufte.  © Eric Münch

Der Markt am Münchner Platz am Vormittag. Die Brille der 92-jährigen Marktbesucherin Erna Hädrich beschlägt unter ihrem Mundschutz, es ist recht frisch. 

"Den Schutz habe ich selbst genäht. Ich will den Leuten beim Reden ja nicht ins Gesicht spucken", sagt die Dresdnerin. "Ich finde es gut, dass die Märkte öffnen dürfen. Hier kaufe ich Äpfel, die ich von früher aus unserem eigenen Garten kenne." 

Allerdings ging sie wieder mit leeren Händen. Denn ihr Händler des Vertrauens war gar nicht da - nur elf anstelle der üblichen 20 Stände waren erlaubt. Das ist eine Auflage der Stadt, damit die Hygiene-Regeln besser eingehalten werden können. 

Viele Schilder wiesen auf die Abstandsregeln hin, ein Verkäufer bat um Barbezahlung. Passend oder, falls das nicht möglich ist, eben aufgerundet. 

Nach dem Eindruck der meisten Händler klappt das wunderbar mit den Besuchern und dem Abstand. Es sei ja viel mehr Platz als sonst. 

Doch während eine Verkäuferin mir, dem TAG24-Reporter, erzählt, wie "vorbildlich" sich die Kunden verhielten, streift mich eine ältere Dame. 

Kein Aufsichtspersonal vor Ort

Der Wochenmarkt am Münchner Platz: Noch immer halten nicht alle Besucher den Mindestabstand ein. 
Der Wochenmarkt am Münchner Platz: Noch immer halten nicht alle Besucher den Mindestabstand ein.  © Eric Münch

"Es gibt solche und solche", relativiert die Verkäuferin schließlich. Vieles funktioniere schon besser als letzte Woche, sagt Händler Thomas Hieke (55) vom Ökolandbau Pommritz. "Anfangsschwierigkeiten gibt es immer."

Nebenan hört man einen Geflügelhändler rufen: "Bitte die Abstände einhalten!" Noch immer gibt es Schlangen, wo sich die Besucher zu nahe kommen.

Auf dem Wochenmarkt in Prohlis gab es wenigstens Abstandslinien auf dem Boden. 

Die Marktaufsicht könnte helfen, für die Einhaltung der Regeln sorgen. Doch die ist während des einstündigen TAG24-Besuches gar nicht vor Ort. Warum eigentlich nicht? 

Diese Frage beantwortet die dafür zuständige Leiterin der Wochenmärkte Dresden, Madelein Megyesi-Lukaß (43), nicht.

Stattdessen teilt sie lapidar mit: Das Aufsichtspersonal habe regelmäßig kontrolliert und keine Verstöße festgestellt. 

Mit Mundschutz und Rollator: Marktbesucherin Erna Hädrich (92) im Gespräch mit TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36). 
Mit Mundschutz und Rollator: Marktbesucherin Erna Hädrich (92) im Gespräch mit TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36).  © Eric Münch

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Titelfoto: Eric Münch

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