Erstmals seit 20 Jahren: Dresdens Einwohnerzahl schrumpft

Dresden - Jetzt ist es amtlich: Erstmals seit 20 Jahren schrumpfte Dresden im "Corona-Jahr" 2020. Ein weiterer Negativ-Rekord: Erstmals seit 2006 starben im vergangenen Jahr mehr Menschen in Dresden als Kinder geboren wurden. Neben der Pandemie hat das auch reichlich hausgemachte Gründe.

561.942 Menschen leben aktuell in der Landeshauptstadt.
561.942 Menschen leben aktuell in der Landeshauptstadt.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die zentralen Fakten: Am 31. Dezember lebten laut Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) 561.942 Menschen mit Hauptwohnsitz in Dresden. Das sind 1069 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der gesund und munter geborenen Babys ging 2020 auf 5747 zurück. Das sind 143 Geburten weniger als 2019.

Die Zahl der Gestorbenen erhöhte sich deutlich auf 6069 (+554). Erstmalig nach 1991 wurde die 6000er-Marke überschritten.

Aus Sicht der Stadt sind "Verbindungen zur aktuellen Pandemielage erkennbar". Zudem wirkt sich die immer ältere werdenden Bevölkerung aus. Doch es gibt weitere Gründe.

Seit Jahren ist Dresden nicht mehr attraktiv genug, vor allem für junge Familien. Weil kaum noch Bauplätze für Häuslebauer ausgewiesen werden, müssen diese fast zwangsläufig ins Umland ausweichen.

Es zieht mehr Leute raus aus Dresden als rein in die Hauptstadt

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) muss zum ersten Mal seit 20 Jahren ein schrumpfendes Dresden erklären.
Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) muss zum ersten Mal seit 20 Jahren ein schrumpfendes Dresden erklären.  © Thomas Türpe

Dresden will zudem vorerst vor allem im Zentrum "nachverdichten". In ehemals grünen Hinterhöfen entstehen neue Mietwohnungen, die dennoch meist deutlich über zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter liegen.

Noch viel zu zaghaft steuert Dresden mit einer eigenen Wohnungsgesellschaft gegen. Die Folge: Etwa 700 Personen sind 2020 mehr fort- als zugezogen.

2019 gab es noch einen Wanderungsüberschuss von etwa 2000 Personen. Ein Wanderungsdefizit wurde zuletzt im Jahr 1999 registriert.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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