Experte Tuchel: So habe ich die Stauffenberg-Fälschungen entlarvt

Dresden/Berlin - Monatelang hingen zwei Fälschungen im Militärhistorischen Museum Dresden. Entdeckt hatte das der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW), Johannes Tuchel (63). Offenbar waren die Fälschungen für Experten recht einfach zu erkennen.

Gedenkstätten-Leiter Johannes Tuchel (63) fielen die Fälschungen im November 2019 auf.
Gedenkstätten-Leiter Johannes Tuchel (63) fielen die Fälschungen im November 2019 auf.  © picture alliance/dpa

Ihm waren beim Blick in den Ausstellungskatalog sofort Zweifel an der Echtheit einiger Stücke gekommen: "Die Unterschrift sah anders aus, aber besonders fielen mir inhaltliche Dinge auf."

Das Schreiben an Staatssekretär Landfried war auffällig: "Es ähnelt einigen Fälschungen mit Briefkopf und inhaltlichen Fehlern, die mir bereits zwischen 2002 und 2017 bei verschiedenen Autographen-Händlern aufgefallen sind. Das waren mehr als eine Handvoll."

Reichsadler, Layout und falsche Adresse ließen ihm keinen Zweifel: "Einen solchen Briefkopf gab es nicht!"

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Ähnliches auch bei dem zweiten Schreiben an das Oberkommando des Heeres: "Das Wort 'Organisationsabteilung' in Klammern zu setzen, war absolut unüblich", so der Experte.

"Auch hätte es so ein Schreiben nicht in elffacher Ausführung gegeben."

Der falsche Briefkopf stach dem Experten sofort ins Auge.
Der falsche Briefkopf stach dem Experten sofort ins Auge.  © Repro: privat

Allerdings sind Stauffenberg-Fälschungen eher eine Ausnahme: "Aus meiner Sicht geschieht das aus reinen kommerziellen Interessen."

Titelfoto: Montage: Repro: privat, picture alliance/dpa

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