Fällt der Striezelmarkt aus? So will OB Hilbert ihn retten

Dresden - Dresden ohne Striezelmarkt? Undenkbar. Doch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP) spricht das Undenkbare jetzt coronabedingt aus - damit es nicht eintritt. Schon feilen Behörden und Händler an einem Rettungsplan. Die Kernidee: Alles wird noch schöner!

OB Dirk Hilbert (48, FDP) mit Tourismusministerin Barbara Klepsch (55, CDU) auf dem Altmarkt. Klepsch plant ein sachsenweites "Weihnachtsmarkt-Forum" zum Austausch mit den Kommunen.
OB Dirk Hilbert (48, FDP) mit Tourismusministerin Barbara Klepsch (55, CDU) auf dem Altmarkt. Klepsch plant ein sachsenweites "Weihnachtsmarkt-Forum" zum Austausch mit den Kommunen.  © Holm Helis

"Mit den heutigen Auflagen könnten wir den Striezelmarkt vergessen", so Hilbert. Es ist keine Ankündigung. Es ist ein Aufruf.

Gleich doppelt richtet er sich an die Landesregierung.

Denn die strickt nicht nur die Auflagen. Dem Freistaat gehören auch die kulturellen Leuchttürme Semperoper, Staatsschauspiel, Zwinger und Residenzschloss. 

Und die will der OB im Advent aktiviert wissen. "Es ist ein völlig neues Konzept für die Kultur in dieser Zeit gefragt", so Hilbert.

Er stellt sich Flaneure auf den Balkons und Balustraden von Zwinger, Schloss und Kulturpalast vor. Da Musik, dort Lichterglanz, hier Tanz.

Der Ansatz: Die Märkte werden entzerrt, die Besucher verstreuen sich und haben mehr Erlebnisse. Darum denkt die Rathausspitze auch über die Komplettsperrung der Wilsdruffer Straße nach.

Nix hingegen hält Hilbert von einer früheren Öffnung des Striezelmarktes, wie zurzeit Stadträte diskutieren. Ein Vorziehen vor den Totensonntag sei nicht mit den Grundwerten vereinbar, Verlängerung aber gern. Auch für die anderen Weihnachtsmärkte. 

Die will er zudem besser mit dem Striezelmarkt verknüpfen. Eben damit sich Besucher auf dem Altmarkt nicht ballen. Denn geballte Massen würden eine Absage bedeuten.

Noch ist nicht sicher, ob es einen Striezelmarkt 2020 gibt.
Noch ist nicht sicher, ob es einen Striezelmarkt 2020 gibt.  © DPA/Robert Michael

Das gab es bislang noch nie! Nicht einmal in Kriegszeiten. Nur zwischen 1945 und 1953 wurde der Striezelmarkt als Messe in Hallen ausgerichtet. Der erste 1434 übrigens war eine kurze Party: Die dauerte nur einen Tag.

Titelfoto: dpa/Robert Michael & Holm Helis

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