Falscher Polizist will Oma um Erspartes bringen, sein Stiefvater spielte den Chauffeur

Meißen/Dresden - Es sollten schnell verdiente 2 5.000 Euro werden. Es wurde aber Knast. Marian R. (28) machte sich zum Handlanger einer Bande "falscher Polizisten", zog auch seinen Stiefvater Michael B. (49) mit rein. Jetzt kassierten die beiden Berliner Knast am Dresdner Amtsgericht.

Marian R. (r, 28) gab sich als Polizist aus und versuchte, eine Oma um ihr Ersparnisse zu bringen. Stiefvater Michael B. (49) machte den Chauffeur - jetzt fährt er ein.
Marian R. (r, 28) gab sich als Polizist aus und versuchte, eine Oma um ihr Ersparnisse zu bringen. Stiefvater Michael B. (49) machte den Chauffeur - jetzt fährt er ein.  © Peter Schulze

Einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin in Meißen war im November aufgefallen, dass eine Omi (84) auf einen Schlag 25 .000 Euro abheben wollte. Sie informierte die Polizei. 

Die echten Beamten sprachen mit der Seniorin. Und tatsächlich: Am Tag zuvor hatte über Stunden ein angeblicher Polizist bei ihr angerufen. Er erklärte, ihre Ersparnisse sind auf der Sparkasse nicht sicher. Rumänische Banden würden die Konten abräumen. Sie solle das Geld besser abheben und einem Beamten übergeben.

Dieser angebliche Beamte war Marian R. Junger Vater mit Spielschulden aus Berlin. "Mir wurde gesagt, ich soll nach Meißen fahren, Geld abholen und bekomme davon zehn Prozent", so der geständige Angeklagte. 

Weil Marian nicht mal einen Führerschein besaß, bat er seinen Stiefvater Michael B. ("Der kommt wegen jedem Mist zu mir"), ihn zu fahren. Angeblich stellte er keinerlei Fragen, verlangte nur Benzingeld.

Während die Männer aus Berlin nach Meißen fuhren, positionierte sich hier die echte Polizei am und im Haus, füllte einen Briefumschlag mit "Fahndungsgeld" und stand der Oma bei. Dann ging alles ganz schnell: Michael wartete im Benz. "Polizist" Marian griff mit dem Codewort "Rot" den Umschlag an der Wohnungstür ab. Sekunden später klickten Handschellen. 

Ein Fahnder berichtete dem Richter, dass derlei Beutezüge leider oft unbemerkt bleiben und zum Teil grausame Folgen für die Opfer haben. "Viele verschulden sich, schämen sich zu offenbaren, was ihnen passiert ist. Deshalb werden viele Taten nicht angezeigt", so der Kommissar. "Die Opfer ziehen sich völlig zurück, haben Angst. Das geht bis zum Suizid."

Marian sagte: "Ich entschuldige mich bei der Dame und bei meinem Stiefvater, dass ich so einen Sch... gemacht habe", so Marian im Gericht. Aber alle Reue reichte nicht.

"Die Bevölkerung hätte kein Verständnis dafür, wenn derlei Täter mit Bewährung davonkommen", so der Richter. "Zur Verteidigung der Rechtsordnung ist der Vollzug der Strafhaft unabdingbar." 

Sein Urteil: Marian muss zwei Jahre und Michael 20 Monate in den Knast. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Peter Schulze

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