Sachsen feilt an Öffnungsplan für die Gastronomie

Dresden - Die Luft wird knapp und knapper in der Corona-Krise. Zehntausend sächsische Gastro-Betriebe mit allein 45.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wissen nicht mehr ein noch aus. Daher fordert jetzt die FDP im Freistaat: sofortige Maßnahmen!

Frank Müller-Rosentritt (37, FDP).
Frank Müller-Rosentritt (37, FDP).  © BDXMEDIA.DE/PR

"Gerade die Biergärten sollten wieder geöffnet werden. Aber nicht nur die", fordert Frank Müller-Rosentritt. Der 37 Jahre alte Diplom-Betriebswirt aus Chemnitz ist FDP-Landes-Chef und Bundestagsabgeordneter. 

Er schlägt Plexiglas zwischen den Tischen vor. Gerade Familien würden sich freuen; schließlich sei es egal, ob sie daheim oder eben im Restaurant gemeinsam essen gehen. Und für zwei Freunde oder Bekannte wiederum sei die Einhaltung eines Abstandes doch kein Problem.

"Die asiatischen Demokratien Taiwan und Südkorea zeigen, wie es gehen kann und dass der deutsche Ansatz eben nicht alternativlos ist", so der Politiker unter Bezug auf eine von Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) gern verwendete Formulierung.

Die sächsische FDP sei für ein "cleveres Öffnen". Dabei betont Müller-Rosentritt: Es gehe nicht um Fahrlässigkeit nach schwedischem Vorbild. "Freiheit ist nicht das Gegenteil von Vernunft." 

Doch die Chancen stehen schlecht. Zwar erarbeitet die sächsische Staatsregierung gerade einen Stufenplan für die Gastronomie. Doch die zuständige Ministerin Barbara Klepsch (54, CDU) vertröstet noch auf Ende Mai. Erst dann kämen "die ersten Lockerungen".

Im "Elbegarten" am Blauen Wunder hat zumindest ein Imbiss geöffnet. Koch Conrad Clauß (42) freut's.
Im "Elbegarten" am Blauen Wunder hat zumindest ein Imbiss geöffnet. Koch Conrad Clauß (42) freut's.  © Thomas Türpe
Bier, aber nur "to go" - Martin Gühring (49) zapft im Dresdner "Elbegarten" Bier für Spaziergänger.
Bier, aber nur "to go" - Martin Gühring (49) zapft im Dresdner "Elbegarten" Bier für Spaziergänger.  © Thomas Türpe

Tausendmal geleert - tausendmal ist nichts passiert ... Dresdner Stuhl-Demo Freitag in über 60 Städten

Der ersten Leere-Stühle-Aktion auf dem Dresdner Neumarkt schließen sich am Freitag bundesweit über 60 Städte an.
Der ersten Leere-Stühle-Aktion auf dem Dresdner Neumarkt schließen sich am Freitag bundesweit über 60 Städte an.  © imago images/ddbd

Die Dresdner Initiative "Leere Stühle" (Infos: Infos: www.leere-stuehle.de) nimmt bundesweit Fahrt auf. Am heutigen Freitag (11 Uhr) machen nicht nur Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter auf dem Dresdner Altmarkt auf die prekäre Lage ihrer Branche aufmerksam. 

Über 60 Städte - von Aschaffenburg bis Zwickau - schließen sich Freitag der Aktion des Vereins an und stellen leere Stühle auf Plätze und Straßen.

"Wir haben eine unglaubliche Resonanz auf unsere Aktion erfahren", so Initiatorin Kathleen Parma (56, networks PR). Vergangenen Freitag wurden zum ersten Mal über tausend leere Stühle auf dem Dresdner Neumarkt platziert und eine Petition an den Sächsischen Landtag übergeben.

"Diesmal wollen wir gezielt die Eventbranche in den Mittelpunkt stellen. Wir werden noch viel mehr Stühle aufstellen und unsere Forderungen sowie einen Hygieneplan zur schnellen Öffnung der Unternehmen an Wirtschaftsminister Martin Dulig übergeben." 

Die nächste Stuhlaktion ist am 1. Mai geplant. "Wir stellen so lange unsere Stühle raus, bis wir wissen, dass wir diese Krise überleben. Denn Millionen von Mitarbeitern wollen ihre Jobs nicht verlieren."

Titelfoto: Thomas Türpe, BDXMEDIA.DE/PR

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