Fernsehturm oder Blaues Wunder? Millionen-Streit im Dresdner Osten

Dresden - In Dresden braucht sowohl der Fernsehturm als auch das Blaue Wunder Fördergelder: Sachsen hat gute und schlechte Neuigkeiten für die zwei Vorzeigeprojekte.

Das Blaue Wunder ist eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt, für die Sanierung fehlt dennoch viel Geld vom Freistaat.
Das Blaue Wunder ist eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt, für die Sanierung fehlt dennoch viel Geld vom Freistaat.  © Petra Hornig

Zuerst die frohe Botschaft: Die vom Ministerpräsidenten versprochenen sechs Förder-Millionen für den Fernsehturm stehen im Haushalt.

Doch nun die negative Nachricht: Das Blaue Wunder geht aktuell leer aus. Hat OB Dirk Hilbert (49, FDP) bei seinen Verhandlungen mit dem Land falsche Prioritäten gesetzt?

Aktuell hat die Stadt zwar den Eigenanteil für die dringend notwendige Sanierung des Blauen Wunders eingestellt.

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"Der Baubeginn hängt aber von einer Förderung durch den Freistaat ab. Aufgrund der Bedeutung der Brücke bemühen wir uns um eine Sonderlösung", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne).

Die Turm-Sanierung ist nun auch im Haushalt des Freistaates abgesichert.
Die Turm-Sanierung ist nun auch im Haushalt des Freistaates abgesichert.  © Norbert Neumann

Dresdner Politiker streiten über finanzielle Prioritäten

Nach Ansicht von Thomas Löser (48, Grüne, l.) kämpft Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hein (49, FDP) zu wenig um das Blaue Wunder. (Bildmontage)
Nach Ansicht von Thomas Löser (48, Grüne, l.) kämpft Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hein (49, FDP) zu wenig um das Blaue Wunder. (Bildmontage)  © imago images/Sven Ellger und Petra Hornig

Der Landtagsabgeordnete Ingo Flemming (52, CDU) bestätigt: "Es gibt Gespräche zwischen Stadt und Land. Wir müssen beim Blauen Wunder eine Lösung finden. Doch die muss auch die Bedeutung der ländlichen Regionen, die ebenfalls dringend Gelder brauchen, beachten."

In diesen Verhandlungen hat Dresden aus Sicht der Grünen auf das falsche Pferd gesetzt.

"Dresden muss sich mit seinem gesamten politischen Gewicht dafür einsetzen, dass die Sanierung des Blauen Wunders beginnt, sonst droht die Sperrung", sagt der Landtagsabgeordnete und Grünen-Stadtrat Thomas Löser (48).

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Aus seiner Sicht sonnt sich der OB zu sehr in seinem Lieblingsprojekt Fernsehturm und kämpft zu wenig für "das zentrale Infrastrukturprojekt Blaues Wunder. Das gehört ganz klar auf Platz eins".

Titelfoto: Petra Hornig und Norbert Neumann

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