Früher auf und später zu: Stadtrat beschließt Nachschlag für Dresdner Weihnachtsmärkte

Dresden - Die Dresdner Weihnachtsmärkte, allen voran der Striezelmarkt, dürfen länger öffnen. Wie lange konkret, darüber wurde lange gestritten - vor allem über ein neues Rechtsgutachten der Stadt.

Falls die Corona-Vorschriften es zulassen, gibt es dieses Jahr drei Tage Striezelmarkt-Zuschlag.
Falls die Corona-Vorschriften es zulassen, gibt es dieses Jahr drei Tage Striezelmarkt-Zuschlag.  © DPA/Robert Michael

Am Beginn der knapp anderthalbstündigen Debatte sprach Hotelier Marc Arendt (62) dem Rat ins Gewissen: "Unsere Branche rechnet mit 50 Prozent Umsatzrückgang bis Jahresende. Wir brauchen die Märkte. Jeder Tag mehr hilft, unsere Existenzen zu sichern." 

Jede Woche mehr Striezelmarkt würde demnach zwölf Millionen Euro mehr Umsatz für Wirtschaft und Tourismus bedeuten.

Auch deshalb zeichnete sich ein Kompromiss ab, den Striezelmarkt drei Tage eher, aber nach dem Totensonntag am 23. November starten zu lassen. 

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Die kleineren Märkte hätten ebenfalls am 23. November beginnen und sogar bis 3. Januar gehen sollen.

Im Rat kam dennoch Hektik auf. Der Grund: Das Rechtsamt der Stadt widersprach kurz vor der Sitzung deutlich, maximal drei Tage mehr Striezelmarkt seien machbar. 

"Darüber können wir uns nicht hinwegsetzen, wir können nicht sehenden Auges rechtswidrige Dinge beschließen", sagte Linke-Chef André Schollbach (41).

Kleinere Märkte dürfen bis 3. Januar öffnen

Robert Malorny (40, FDP) konterte mit Blick auf Schollbachs gewonnene Prozesse gegen die Stadt: "Der Fraktions-Chef der Linken weiß am besten, dass sich das Rechtsamt auch mal irren kann." 

OB Dirk Hilbert (48, FDP): "Bei den kleineren Märkten gab es jeweils nur einen Bieter, dass jemand klagt, erscheint fraglich. Ich müsste dem Beschluss nicht zwingend widersprechen."

Das Ergebnis am Ende: Der Striezelmarkt darf drei Tage eher öffnen. Trotz rechtlicher Bedenken verlängern die kleineren Märkte nun doch bis 3. Januar.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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