So wenige Gäste wie nie zuvor! Dresdner Hotels kämpfen wegen Corona-Krise

Dresden - Seit Mitte Mai dürfen Hotels nach dem Corona-Lockdown in Dresden wieder Gäste empfangen. Der Start in die Saison war aber eher holperig. Das Geschäft läuft nun ganz langsam wieder an.

Die Urlaubssaison ist in Dresden eher mäßig gestartet. So wenige Gäste hatte die Stadt im Mai noch nie.
Die Urlaubssaison ist in Dresden eher mäßig gestartet. So wenige Gäste hatte die Stadt im Mai noch nie.  © Soloviova

Laut Statistischem Landesamt kamen im Mai 77 Prozent weniger Übernachtungsgäste als im Jahr zuvor. "Das kann auch durch das sehr gut angelaufene Jahr nicht abgefedert werden, zumal der Mai für Dresden Elbland in den letzten Jahren immer zu den stärksten Monaten des Jahres gehörte", sagt Corinne Miseer, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG).

Die Zimmerauslastung in Dresden lag im März bei 24, im April bei sechs und im Mai bei 13 Prozent. 

Laut DMG kann der Verlust im Tourismus allein in Dresden auf etwa 200 Millionen Euro (Zeitraum Mitte März bis Mitte Mai) beziffert werden. "Dazu kommen noch 28 Millionen Euro Umsatzverlust aus dem Tourismus im Elbland", so Miseer.

Johannes Lohmeyer (56), Chef des Dresdner Tourismusverbandes und Hoteldirektor des Courtyard-Hotels auf der Stauffenbergallee, geht von einer zweijährigen Durststrecke aus.

"Es war relativ absehbar, dass sich der Tourismus dieses Jahr auf Deutschland konzentriert - viele bleiben auch einfach auf ihrem Balkon", sagt Lohmeyer. "Der Binnentourismus startete an der Küste und in den Alpen, weniger in den Städten."

Johannes Lohmeyer ist Chef des Tourismusverbands und Hoteldirektor des Courtyard Hotels.
Johannes Lohmeyer ist Chef des Tourismusverbands und Hoteldirektor des Courtyard Hotels.  © Lutz Henschel

Stadt Dresden setzt auf Events

Derzeit sei das Courtyard zu etwa 65 Prozent ausgelastet. Die verlorenen Umsätze würde Lohmeyer in seinem Hotel dieses Jahr nicht mehr erwirtschaften, dafür fehle das internationale Publikum wie etwa Kongress- oder Tagungsgäste. "Wir hoffen für das kommende Jahr auf mehr europäische Gäste, 2022 wollen wir wieder auf das Niveau von 2019 kommen."

Um das Urlaubsgeschäft wieder anzukurbeln, setzt die DMG auf groß angelegte Recovery-Kampagnen. Events wie die Dresdner Kulturinseln 2020 oder der Palais Sommer sollen wieder mehr Gäste in die Stadt locken. Statistiken für Juni und Juli, also die ersten Monate, in denen der Tourismus langsam in Normalbetrieb überging, stehen noch aus. 

"Aber die Hotels können jetzt schon eine Einschätzung abgeben, und die sieht unserem Kenntnisstand nach besser aus als erwartet", sagt Corinne Miseer. "Wir dürfen also durchaus optimistisch sein für die Sommerurlaubszeit.“

Titelfoto: Soloviova

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