Taxibetriebe in der Zwickmühle: "Wollen nicht zum Superspreader werden"

Dresden - Keine Touristen, keine Geschäftsleute, keine Veranstaltungen - Dresdens Taxifahrer sitzen in der Corona-Zwickmühle. Fahren müssen viele von ihnen trotzdem. Auch wenn Einnahmen fehlen, laufen die Kosten weiter. Überbrückungshilfen und Kurzarbeit helfen nur den wenigsten.

Taxigenossenschaft-Chef Jan Kepper (44) kritisiert die fehlende Wertschätzung und Hilfe für die Taxifahrer.
Taxigenossenschaft-Chef Jan Kepper (44) kritisiert die fehlende Wertschätzung und Hilfe für die Taxifahrer.  © Ove Landgraf

Darauf wollen am heutigen Mittwoch von 8 bis 10 Uhr Taxifahrer aus ganz Sachsen vorm Landtag aufmerksam machen. "In der ersten Corona-Welle waren die Verluste durch Zuschüsse vielleicht noch kompensierbar, aber nun sind die Mittel aufgebraucht", sagt Jan Kemper (44) von der Taxigenossenschaft Dresden, der rund 160 Unternehmen mit 460 Fahrzeugen und etwa 1200 Fahrern angehören.

Weil das Rathaus seit Beginn der Pandemie nicht auf der Bereitstellungspflicht beharrt, die Taxis zum Fahren verpflichtet, können Fahrzeuge zwar vorübergehend stillgelegt (so soll Versicherung gespart werden), doch das hilft vielen Ein-Mann-Unternehmen nicht: Sie brauchen das Einkommen.

Gesundheitsamt wiegelt ab

Bereits 2019 demonstrierten die Taxifahrer in Dresden.
Bereits 2019 demonstrierten die Taxifahrer in Dresden.  © xcitepress

Das kommt derzeit zumeist von Krankenfahrten.

Aber hier ist die Unsicherheit groß, wenn Patienten beispielsweise nach einem Corona-Test nach Hause gefahren werden wollen. "Wir wollen ja nicht zum Superspreader werden", sagt Demo-Organisator Alexander Noack (44).

Danach könne man nicht einfach einen Krebspatienten fahren. "Ich habe beim Gesundheitsamt nachgefragt, aber keine Antwort erhalten." Dort wiegelt man auf TAG24-Nachfrage ab: "Positiv getestete Personen benutzen kein Taxi", schreibt die Behörde.

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Schließlich befänden sich diese in Quarantäne, dürften das Haus nicht verlassen. "Das Testergebnis wird telefonisch mitgeteilt, so dass auch hier keine Fahrt notwendig ist", heißt es.

Was die Behörde vergisst: Der Test selbst wird nicht zu Hause gemacht, sondern beim Arzt. Und für den Weg dorthin und nach Hause wird eben doch oft das Taxi genommen ...

Titelfoto: Ove Landgraf

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