Nach Auszähl-Chaos: OB Hilbert plant Urlaubsgeschenk für Wahlhelfer

Dresden - Lange Schlangen, Stimmabgaben nach 18 Uhr und Verzögerungen bei der Auszählung - die höchste Wahlbeteiligung seit 1990 hat Dresden im Mai 2019 ins Wahlchaos gestürzt.

Für die Auszählung der Stimmen braucht es Tausende Helfer.
Für die Auszählung der Stimmen braucht es Tausende Helfer.  © Axel Heimken/dpa

Damit sich das bei der Bundestagswahl im September nicht wiederholt, will Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP) mehr Untergebene dazu animieren, Wahlhelfer zu werden.

Sein Vorschlag soll am heutigen Montag im Ältestenrat beraten und im April im Stadtrat beschlossen werden.

Er sieht vor, dass die Angestellten der Stadt und ihrer Eigenbetriebe zusätzlich zur finanziellen Aufwandsentschädigung, die alle ehrenamtlichen Wahlhelfer erhalten, einen zusätzlichen Urlaubstag (acht Stunden Freizeitausgleich) bekommen sollen.

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Bislang ist dieser Freizeitausgleich, der bereits 2015 eingeführt wurde, gestaffelt und beträgt je nach Aufgabe zwischen drei und acht Stunden.

Über den Vorschlag von OB Dirk Hilbert (49, FDP) soll im April entschieden werden.
Über den Vorschlag von OB Dirk Hilbert (49, FDP) soll im April entschieden werden.  © imago images/ddbd

Bei jeder Wahl werden circa 4500 Wahlhelfer gebraucht

Diese Unterscheidung sei jedoch nicht mehr sachgerecht, da alle Wahlhelfer gleichermaßen gefordert seien, so der OB.

Bei 700 eingesetzten Mitarbeitern pro Wahl kostet das die Stadt etwa 207.000 Euro. An dieser Investition führt aber wohl kein Weg vorbei. Denn bei jeder Wahl werden circa 4500 Wahlhelfer gebraucht.

Zu den 500 bis 700 städtischen Mitarbeitern, die sich ehrenamtlich engagieren, musste das Rathaus deshalb regelmäßig 500 weitere verpflichten.

Denn während der Bedarf steigt, melden sich immer weniger Freiwillige.

Vor den Wahllokalen bildeten sich 2019 zum Teil lange Schlangen.
Vor den Wahllokalen bildeten sich 2019 zum Teil lange Schlangen.  © Thomas Türpe

Darauf, Dresdner Bürger zu verpflichten, konnte bisher verzichtet werden

"Zeit- und Erfolgsdruck sowie die Öffentlichkeit beim Wahlvorgang und bei der Auszählung stellen mittlerweile einen nicht zu unterschätzenden psychisch fordernden Einsatz dar", heißt es im Vorschlag.

Wird bis frühmorgens gezählt, mussten Mitarbeiter zudem ihre Überstunden opfern. Das machen viele kein zweites Mal.

Sollte der Vorschlag beschlossen werden, aber nicht helfen, bliebe dem Rathaus noch die Möglichkeit, Dresdner Bürger zu verpflichten. Darauf konnte man bisher aber verzichten.

Titelfoto: Bildmontage: Axel Heimken/dpa & imago images/ddbd

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