Gekauft! Schweizer macht die Weiße Flotte wieder flott

Dresden - Die insolvente Weiße Flotte ist gerettet. Am Dienstag wurden die Verträge mit dem Schweizer Investor Robert Straubhaar (59), Chef der United Rivers AG aus Basel, in Dresden unterzeichnet, nachdem das Bundeskartellamt grünes Licht gegeben hatte. Unter der Neugründung "Weiße Flotte Sachsen GmbH" soll die angeschlagene Sächsische Dampfschiffahrt wieder auf Kurs gebracht werden.

Auf der "Gräfin Cosel" stellte sich der neue Chef am Dientagabend den Mitarbeitern vor.
Auf der "Gräfin Cosel" stellte sich der neue Chef am Dientagabend den Mitarbeitern vor.  © Norbert Neumann

Die erleichterten Gesichter der Mitarbeiter nach der Vorstellung des neuen Flottenchefs am Dienstagabend auf der "Cosel" waren nicht zu übersehen. "Er ist sehr sympatisch und bringt viel Erfahrung mit", so Lutz Peschel (57), Kapitän der "Leipzig". 

Alle Mitarbeiter werden übernommen. Dafür gab es ein Infoschreiben, das den Übergang des Arbeitsverhältnisses klärt. "Diese Saison läuft weiter wie gehabt", so der technische Leiter Gerd-Rüdiger Degutsch (57). Erst danach werden Veränderungen vorgenommen.

Die Nachricht vom neuen Eigner war keine Überraschung.

Vor zehn Tagen bereits hatte TAG24 mit Dirk Ebersbach (56), Vorsitzender des Vereins "Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" gesprochen, der die Dampfer-Rettung nach einem Treffen mit Vertretern der United Rivers AG "in Sicht" wähnte. 

Neuer Investor stellt sich vor

Die gesamte Führungsriege der Sächsischen Dampfschiffahrt erschien zum ersten Auftritt des neuen Flottenchefs Robert Straubhaar (59, 2.v.l.).
Die gesamte Führungsriege der Sächsischen Dampfschiffahrt erschien zum ersten Auftritt des neuen Flottenchefs Robert Straubhaar (59, 2.v.l.).  © Norbert Neumann

Der Vorsitzende ist froh über die Entscheidung. Er hielt die Schweizer Firma für den einzigen kompetenten Bieter: "Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit." Die Grundlage dafür ist geschaffen. 

Robert Straubhaar hat eine Tochtergesellschaft (Kulturerbe Dampfschiffe Dresden GmbH) zum Erhalt der Schiffe gegründet. Der Verein könnte im Beirat dieser Firma einen Sitz bekommen.

Über Robert Straubhaar ist bekannt, dass er seine Karriere als Schiffsjunge auf dem Rhein begann und eine höhere Offiziersausbildung bei der Schweizer Armee absolvierte. 2004 gründete er die River Advice AG. Zur River-Advice-Gruppe (rund 3000 Mitarbeiter, 100 Schiffe weltweit im Einsatz) gehört seit 2016 die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt mit 13 Ausflugsdampfern.

Anfang Juni hatte die Weiße Flotte Insolvenz angemeldet, nachdem die Sächsische Aufbaubank die Auszahlung eines Kredites von einer Million Euro verweigert hatte. In einem Bieterverfahren wurde nach einem neuen Investor gesucht. Anfang August waren noch drei potentielle Bieter im Rennen gewesen.

Titelfoto: Norbert Neumann

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