"Gestaltung um 1800" in Schloss Pillnitz: Eine Schatzkiste des Klassizismus!

Dresden - Ein Rundgang in Schloss Pillnitz ist wieder komplett: Das Kunstgewerbemuseum der SKD macht nach fünf Jahren die Kaiserzimmer des Bergpalais wieder zugänglich. Die restaurierten Räume beinhalten zudem die neue Dauerausstellung "Gestaltung um 1800", eine prächtige Schatzkiste mit rund 90 Exponaten zum Design des Klassizismus.

Die Kaiserzimmer-Wände sind nach historischem Vorbild restauriert, klassizistisches Kunsthandwerk wird in Inseln im Rauminneren präsentiert.
Die Kaiserzimmer-Wände sind nach historischem Vorbild restauriert, klassizistisches Kunsthandwerk wird in Inseln im Rauminneren präsentiert.  © Amac Garbe

Die Kaiserzimmer, bis 2016 eher vage dem Architekten Christian Traugott Weinling zugeschrieben, haben nun ihren einstigen Namen zurückerhalten.

Grund: Dort hatte Friedrich August I. ("Der Gerechte", 1750-1827) im Jahre 1791 Kaiser Leopold II. für das "Pillnitzer Monarchentreffen" mit Preußens König Friedrich Wilhelm II. Appartements eingerichtet.

"Wir haben die Zimmer in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt", sagt Museumsdirektor Thomas A. Geisler. "Die Raumfassung stand dabei im Vordergrund." Werke und Einrichtungsgegenstände sind deshalb in Präsentationsinseln in der Mitte der Räume platziert.

Dresden: Grünes Gewölbe: Neue Gitter nach Juwelenraub, doch das Ganoven-Loch bleibt sichtbar!
Dresden Grünes Gewölbe: Neue Gitter nach Juwelenraub, doch das Ganoven-Loch bleibt sichtbar!

Zu sehen sind kunstgewerbliche Arbeiten - Kannen, Schalen, Uhren, Keramiken sowie Möbel und eine blattvergoldete Harfe. Highlight ist ein eiförmiger Kronleuchter der Chursächsischen Spiegelfabrik.

Der Klassizismus war eine Neuausrichtung gegenüber dem überbordenden Rokoko, die Gestaltung ist strenger und von der Antike inspiriert. "Man muss sich beim Betrachten Zeit nehmen, bis einem das Herz aufgeht", schwärmt Kuratorin Christiane Ernek-van der Goes.

Vorbild Antike: Das Design dieser Teekanne (um 1805-1813) erinnert an ein Öllämpchen.
Vorbild Antike: Das Design dieser Teekanne (um 1805-1813) erinnert an ein Öllämpchen.  © Amac Garbe

Neue Exponate in einem fünften Raum zeigen überdies, wie der Klassizismus über Jugendstil bis in die Moderne zitiert (und persifliert) wurde. Die Schau öffnet am Donnerstag (26. Mai).

Titelfoto: Amac Garbe

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