Glasermeister Körner gibt Dresden den weißen Hirsch zurück

Dresden - Er bringt den Hirsch wieder zum Leuchten: Kunstglasermeister Thomas Körner (60) restauriert die rund hundert Jahre alten Bleiglasfenster, die im vorigen Jahr bei Bauarbeiten im Blauen Salon des Parkhotels wiederentdeckt wurden. Auf einem der Fensterflügel röhrt das Wahrzeichen des Viertels - ein stolzer, weißer Hirsch.

Ein Mann mit Durchblick: Kunstglaser Thomas Körner (60) zeigt das restaurierte Glasfenster mit dem weißen Hirsch.
Ein Mann mit Durchblick: Kunstglaser Thomas Körner (60) zeigt das restaurierte Glasfenster mit dem weißen Hirsch.  © Norbert Neumann

Insgesamt elf Fenster inklusive Oberlichtern werden in seiner Werkstatt im alten Bahnhof an der Tharandter Straße überarbeitet. 44 Bleiverglasungen werden bis Ende des Monats gereinigt, Sprünge repariert, gewölbte Fenster wieder plan gemacht.

"Wenn wir fehlende Elemente ersetzen, muss das bemalte Glas dreimal gebrannt werden, bei Temperaturen zwischen 550 und 680 Grad", erklärt Körner.

"Zum Glück sind die Fenster in einem recht guten Zustand. Dass sie in den 80er Jahren hinter einer Trockenbauwand verschwanden, hat sie geschützt."

Die Fenster, die ursprünglich den Eingangsbereich des Hotels dekorierten, sind etwa mit Schloss Moritzburg und dem Zwinger bemalt.

"Sie entstanden vermutlich um 1915 bis 1920 und werden Josef Goller zugeschrieben", weiß Kunstglaser Körner.

Lars Janse (40) reinigt das Glasfenster, erneuert den Kitt und die Bleiverglasung.
Lars Janse (40) reinigt das Glasfenster, erneuert den Kitt und die Bleiverglasung.  © Norbert Neumann
Diese zwei Fenster gehören zu den insgesamt elf freigelegten Fenstern aus dem Parkhotel.
Diese zwei Fenster gehören zu den insgesamt elf freigelegten Fenstern aus dem Parkhotel.  © Die Sportwerk GmbH/Fränze Schönbrodt

Kunstglaser wollte erst Schmied werden

Sylvia Putzschke (58) bemalt einen Glasriegel, der neu ins Fenster eingesetzt wird.
Sylvia Putzschke (58) bemalt einen Glasriegel, der neu ins Fenster eingesetzt wird.  © Norbert Neumann

"Eigentlich wollte ich Kunstschmied werden", verrät der Meister. Doch dafür gab es 1975 keine Lehrstelle.

Die Handwerkskammer lenkte auf Kunstglaser um - für Körner wurde es nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung.

Seither widmet er sich - heute mit sieben Mitarbeitern - vor allem der Restaurierung von Kirchenfenstern und zeitgenössischer Glaskunst.

Dank Körner erstrahlen die Fenster im Stallhof, auf Schloss Pillnitz oder auch in der Kirche "Maria am Wasser" in alter Schönheit.

Titelfoto: Norbert Neumann

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