Gnadenfrist für die armen Schweine von Moritzburg

Moritzburg - Noch immer ist das Schicksal von 19 Moritzburger Wildschweinen nicht besiegelt: Eigentlich droht den Bewohnern des Wildgeheges am heutigen Freitag die Kugel, doch noch fehlt die endgültige Entscheidung.

Weil die 19 Wildschweine nicht im Stall gehalten werden können, droht ihnen die Kugel.
Weil die 19 Wildschweine nicht im Stall gehalten werden können, droht ihnen die Kugel.  © Tino Plunert

Das Landratsamt weist sämtliche Schuld von sich. "Entgegen der Aussage aus dem Wildgehege und vom Staatsbetrieb Sachsenforst hat das Veterinäramt Meißen die Tötung der Wildschweine im Wildgehege Moritzburg weder mündlich noch schriftlich angeordnet", betonte eine Sprecherin am Donnerstag.

Allerdings lehnten sowohl Landkreis als auch Tierseuchenbekämpfungszentrum eine Ausnahmegenehmigung ab. Da eine Stallhaltung nicht infrage kommt, bleibt so kaum eine andere Wahl...

Diese wiederum will das Wildgehege so nicht vornehmen. "Ich habe da bisher noch keine schriftliche Entscheidung", sagt Gehegeleiter Ronald Ennersch (54). Ohne die will er keine Tiere vorschnell erschießen lassen.

Online-Petition in Dresden gestartet

Waldpädagogin Jana Weisbach (45) hofft weiterhin auf eine Ausnahmegenehmigung.
Waldpädagogin Jana Weisbach (45) hofft weiterhin auf eine Ausnahmegenehmigung.  © Tino Plunert

"Wir haben auch noch keine Entscheidung", sagt Jana Weisbach (45) vom Forstbezirk Dresden. "Gegen die mündliche Anweisung haben wir Widerspruch eingelegt und eine Ausnahmegenehmigung beantragt."

Aus Sicht des Bezirks ist das Gehege gegen die Verbreitung der Krankheit sicher. Für eine Ausnahmegenehmigung macht sich auch eine Dresdnerin mit einer Online-Petition stark.

Diese erreichte bis zum gestrigen Donnerstagabend über 1900 Unterschriften.

Titelfoto: Tino Plunert

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