Häftling wollte sich unter Knastzaun durchbuddeln

Dresden - Da staunten die Mitarbeiter in der Zentralen Überwachung im Knast am Hammerweg nicht schlecht: Vor laufender Kamera buddelte Khalid O. (26) beim Hofgang ein Loch unterm Zaun.

Im Knast von Dresden buddelte der Bäcker beim Hofgang am Zaun.
Im Knast von Dresden buddelte der Bäcker beim Hofgang am Zaun.  © dpa/Sebastian Willnow

Sofort eilten Beamte herbei. Da rastete der Häftling aus Eritrea völlig aus. Und auch in der Zelle randalierte der Bäcker, der nun auf der Anklagebank im Landgericht Dresden sitzt.

Seit April 2020 saß Khalid in U-Haft, weil er in Gorbitz Landsleute mit Messern attackiert hatte.

Dann zeichnete die Kamera auf, wie er beim Einzelhofgang über den Platz tigerte.

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Er zog sein Shirt aus, hockte sich hin und grub ein recht großes Loch. "Ich wollte nicht ausbrechen", beteuerte Khalid im Gericht. "Aber hinter dem Zaun lag ein Zigarettenstummel. Den wollte ich haben."

Das Wachpersonal unterband das Buddeln umgehend, Khalid sollte zurück in die Zelle. Doch der schlug und trat um sich, versuchte zu beißen.

So kam er in den besonders gesicherten Haftraum, wo der Eritreer durch die offene Kostklappe einen Mitarbeiter bespuckte.

Khalid wurde im März zu vier Jahren Haft verurteilt

Khalid O. (26) ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, wurde von vier Betreuern zum Prozess gebracht. Dennoch wird er für so gefährlich eingeschätzt, dass er sogar in der Verhandlung die Fußfesseln anbehalten musste.
Khalid O. (26) ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, wurde von vier Betreuern zum Prozess gebracht. Dennoch wird er für so gefährlich eingeschätzt, dass er sogar in der Verhandlung die Fußfesseln anbehalten musste.  © Franz Maler

Schon zwei Tage vor der "Buddel-Aktion" benahm sich Khalid, der angeblich seit seinem Drogenkonsum Stimmen hört, daneben.

Auch da pöbelte er Mitarbeiter an und schob sich mit den Füßen voran durch die Klappe seiner Zellentür.

Natürlich blieb er in Hüfthöhe stecken, stemmte sich mit aller Kraft dagegen, als er zurückgeschoben werden sollte.

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Im März nun wurde er wegen der Messerattacken von Gorbitz zu vier Jahren Haft verurteilt.

Außerdem wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Nun könnte es Aufschlag für Khalid geben. Urteil folgt.

Titelfoto: dpa/Sebastian Willnow

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