Handball in Dresden und Aue: Wird die Saison abgebrochen?

Dresden - Die Handball-Vereine der 1. und 2. Bundesliga entscheiden in den nächsten Tagen, ob sie die Saison abbrechen wollen. Stimmt eine Dreiviertel-Mehrheit dafür, sind die Spielzeiten in den beiden Top-Ligen Geschichte.

Am 28. Februar bestritt der HC Elbflorenz, hier mit Mindaugas Dumcius am Ball, gegen Rimpar sein letztes Zweitliga-Heimspiel. Seitdem ruht in der Dresdner Arena der Ball. Wir die Saison jetzt endgültig abgebrochen?
Am 28. Februar bestritt der HC Elbflorenz, hier mit Mindaugas Dumcius am Ball, gegen Rimpar sein letztes Zweitliga-Heimspiel. Seitdem ruht in der Dresdner Arena der Ball. Wir die Saison jetzt endgültig abgebrochen?  © Lutz Hentschel

Ob es dann Meister sowie Ab- und Aufsteiger gibt, entscheidet allein das Präsidium der Handball-Bundesliga GmbH (HBL). In dieser Frage haben die Vereine kein Mitspracherecht.

"Wir hoffen, dass wir schon bei der nächsten Schalte am Montag oder Dienstag das Ergebnis haben", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Donnerstag. Kurz zuvor hatten sich die 36 Vereine der beiden Top-Ligen per Videokonferenz auf dieses Vorgehen verständigt.

Sollte die Mehrheit der Vereine gegen einen Abbruch sein, gibt es Modelle für eine Fortsetzung der Saison. Eines brachte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, in die Diskussion ein. "Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe dafür auch Möglichkeiten", sagte Hanning. "Ich habe der Liga einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Szenario aussehen könnte." Genaueres wollte er nicht verraten.

Bohmann betonte, dass es mehrere Szenarien für eine Fortsetzung gebe. Diese werden aber immer durch den Zeitdruck diktiert. Die Saison muss laut HBL-Beschluss bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. "Wir müssen den Mannschaften drei bis vier Wochen Vorlauf für die Vorbereitung geben", sagte Bohmann. 

Wie geht es weiter?

Am 6. März spielte der EHV Aue, hier mit Anadin Suljakovic im Tor, noch gegen Konstanz.
Am 6. März spielte der EHV Aue, hier mit Anadin Suljakovic im Tor, noch gegen Konstanz.  © Frank Kruczynski

Dafür müssten aber wieder ordentliche Trainingsbedingungen herrschen, die noch nicht erlaubt sind. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, die HBL befindet sich in einer misslichen Lage. "Wir werden keine 100-prozentige Gerechtigkeit herstellen können", weiß Bohmann.

Rüdiger Jurke, Manager von Zweitligist EHV Aue, erklärte gegenüber TAG24: "Die 2. Liga ist sich zu fast 100 Prozent einig, die Saison abzubrechen. Seit der Maßgabe, dass bis zum 31. August keine Großveranstaltungen mehr stattfinden dürfen, hat sich das Thema im Grunde erledigt. Das würde heißen, wir dürften nur Geisterspiele bestreiten. Das ist einfach nicht machbar. Wir müssten die Kurzarbeit für Spieler und Trainer wieder aufheben, hätten aber keinerlei Einnahmen. Das geht einfach nicht. Die 1. Liga überlegt noch, da ist aber auch mehr Geld im Spiel."

Uwe Saegeling, Präsident des HC Elbflorenz, stimmt Jurkes Worten grundsätzlich zu, ergänzt aber auch: "Es ist alles so vage. Was sind Großveranstaltungen? Das ist noch nicht festgelegt. Ich persönlich glaube nicht, dass die Saison noch zu Ende gespielt wird."

Titelfoto: Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0