Handgranaten, Sprengstoff und Knarre: Autohändler hatte Waffenlager im Tresor

Dresden - Das hätte mächtig krachen können! Im Tresor bewahrte Silvio K. (52) 20 Handgranaten mit je 80 Gramm TNT auf. Obenauf lagen ein schussbereiter, geladener Revolver (Kaliber 38) und Schrotpatronen. Für dieses verbotene Arsenal hockte der Autohändler nun vorm Amtsrichter.

Silvio K. (52) musste wegen eines Tresors voller Granaten vor den Richter.
Silvio K. (52) musste wegen eines Tresors voller Granaten vor den Richter.  © Peter Schulze

Silvio erklärte, er habe sein Grundstück in Radeburg vor Jahrzehnten von einer betagten Dame, die dort weiterhin wohnte, gekauft. Beim Umbau des Schuppens sei er auf die Granaten ohne Zünder gestoßen, hielt sie für Übungsgranaten aus der Schule. "Ich habe nie gedient, keine Ahnung davon und wohl die Gefahr nicht erkannt." 

Trotzdem schloss er die Geschosse zur Sicherheit in den Tresor und verschwendete keinen Gedanken mehr daran. Später sei die besagte Dame oft im Krankenhaus gewesen. 

Silvio habe für sie Dinge erledigt und dabei "zwischen ihrer Wäsche" den Revolver gefunden. "Sie war wohl mal Jägerin. Ich habe mir Gedanken gemacht, weil sie doch dement war", so Silvio. "Ich habe alles in Gewahrsam genommen." 

Und so landeten Munition und Waffe ebenfalls im Tresor - wo sie 2018 von der Polizei entdeckt wurden. Der Richter glaubte des Autohändlers Geschichte nicht. 

"Aber wenigstens hatten Sie die Teile weggeschlossen", so der Jurist. Trotzdem gab es 22 Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. 

Titelfoto: Peter Schulze

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