Haushalts-Poker: Hat das Rathaus wirklich zu viel Personal?

Dresden - Hat das Dresdner Rathaus zu viel Personal? Die Freien Wähler im Stadtrat sind der Meinung: Ja. Weil die Personalkosten trotz der Krise weiter steigen, fordern sie von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP) eine Reaktion.

Freie-Wähler-Chef Jens Genschmar (51) kritisiert das Rathaus und dessen hohen Personalkosten.
Freie-Wähler-Chef Jens Genschmar (51) kritisiert das Rathaus und dessen hohen Personalkosten.  © Thomas Türpe

Die Erklärung aus dem Rathaus, dass eine wachsende Stadt auch mehr Personal brauche, lassen die Freien Wähler nicht gelten.

"Seit 2010 sei die Einwohnerzahl um acht Prozent gestiegen, die Kosten für die Verwaltung jedoch um 40 Prozent", sagt Fraktions-Chef Jens Genschmar (51). Gab das Rathaus vor zehn Jahren 309 Millionen Euro für sein Personal aus, sind es in diesem Jahr schon 424 Millionen Euro.

Das zusätzliche Personal konzentriere sich auf Bereiche, von denen die Bürger wenig bis gar nicht profitieren, so Genschmar.

Die Kritik: Diese Verwaltungsmitarbeiter beschäftigen sich nur mit sich selbst, indem sie beispielsweise an einer neuen Organisationsstruktur arbeiten.

Um Ausgaben zu sparen, sollen die Personalkosten deshalb auf dem Niveau von 2020 gefestigt und die Mitarbeiter vor allem für Aufgaben eingesetzt werden, die unmittelbar dem Bürger zugutekommen.

Freie Wähler sind nicht an Haushaltsverteilungen beteiligt

Grünen-Finanzexperte Michael Schmelich (66) ist zuversichtlich, dass im Dresdner Stadtrad ein vernünftiger Haushalt beschlossen wird.
Grünen-Finanzexperte Michael Schmelich (66) ist zuversichtlich, dass im Dresdner Stadtrad ein vernünftiger Haushalt beschlossen wird.  © Steffen Füssel

An den Haushaltsverhandlungen ist die Fraktion allerdings nicht beteiligt. Dazu treffen sich nur Vertreter von CDU, FDP, Grünen, SPD und Linken.

Gemeinsam arbeiten sie an einer Einigung, damit der neue Doppelhaushalt am 17. Dezember im Stadtrat beschlossen werden kann.

Grünen-Stadtrat Michael Schmelich (66) ist optimistisch, dass das klappt: "Es gibt Dinge, die noch besprochen werden müssen, aber ich sehe keine unüberbrückbaren Differenzen."

Titelfoto: Steffen Füssel und Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0