Für Käse, Keramik und Klopapier: Hier steht Dresden auf dem Lingnermarkt Schlange

Dresden - Käse, Keramik und sogar Klopapier: Der Lingnermarkt am Georg-Arnhold-Bad durfte Freitag öffnen. Doch der sonst übliche Besucher-Ansturm blieb aus. Trotzdem bildeten sich Schlangen, in denen sich Menschen (sehr) nahe kamen. Auch wenn die Händler ihr Bestes gaben, für Ordnung zu sorgen.

Menschen kamen sich im Getümmel und Schlangen auf dem Lignermarkt nahe, obwohl nur ein Viertel der üblichen Besucherströme kam.
Menschen kamen sich im Getümmel und Schlangen auf dem Lignermarkt nahe, obwohl nur ein Viertel der üblichen Besucherströme kam.  © Lutz Hentschel

"Bitte Abstand halten", "zum Anstellen über die Wiese", "Vermeiden Sie Berührungen": Mit Hinweisschildern und Kreidetafeln wiesen Händler und Marktleitung auf die wichtigsten Hygieneregeln hin. Doch das Getümmel zwischen Buden und Gassen ist in der Praxis schwer zu reglementieren. 

"Der Großteil der Kunden ist vernünftig. Es gibt aber immer Drängler, die denken, sie verpassen irgendwas", sagt Händlerin Doris Göhler (62, Beck's Obsthof). Sie trug zur Vorsicht für sich und anderen Mundschutz.

"Wir leben trotz Corona wie immer. Also kommen wir weiter fast jede Woche und halten Abstand", sagen Brigitte (79) und Rainer Sembdner (80). Massen wie in der letzten Woche kamen Freitag nicht. 

Händler schätzten, es war etwa ein Viertel der sonst üblichen Menge. "Das ist aus gesundheitlicher Sicht vorbildlich. Aber für uns rechnet sich das jetzt nicht mehr", so Textilhändlerin Regine Noack (68).

Kräuter- und Gewürz-Verkäuferin Susann Köhler (39): "Umsätze fehlen massiv. Es ist zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Ewig stehen wir das nicht durch." An einem Stand gab es auch Klopapier, bis die Marktleitung den Verkauf der unüblichen Ware verbot.

Nur sehr wenige Händler trugen einen Mundschutz wie Doris Göhler (62, Beck's Obsthof).
Nur sehr wenige Händler trugen einen Mundschutz wie Doris Göhler (62, Beck's Obsthof).  © Lutz Hentschel
Textilhändlerin Regine Noack (68) nutzt neben Handschuhen auch Desinfektionsspray.
Textilhändlerin Regine Noack (68) nutzt neben Handschuhen auch Desinfektionsspray.  © Lutz Hentschel
Gut gemeint, aber in der Praxis schwer umsetzbar.
Gut gemeint, aber in der Praxis schwer umsetzbar.  © Lutz Hentschel
Die Marktleitung patrouillierte fortlaufend und sorgte für Ordnung. 
Die Marktleitung patrouillierte fortlaufend und sorgte für Ordnung.   © Lutz Hentschel
140 Händler hatten ihre Stände aufgebaut. Sonst seien es etwa 180, so Madelein Megyesi-Lukaß (43), Leiterin der Dresdner Wochenmärkte für die Deutsche Marktgilde. "Wir hoffen, dass wir weiter öffnen dürfen. Für manche Händler wäre ein Verbot existenzbedrohend." Laut Staatsregierung soll es (vorerst) keine Schließung geben.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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