Hilft bei Zahnweh oder Stellplätzen: Ex-Trucker ist heute der "Engel der Fernfahrer"

Weißwasser - Er war selbst 30 Jahre als LKW-Fahrer auf den Straßen Europas unterwegs und weiß genau, wie groß die Not der Fernfahrer ist.

Andreas Seifried (38, l.) ist neu bei der Fernfahrer-Nothilfe, Bernd Treffkorn (67) hat den Service gegründet.
Andreas Seifried (38, l.) ist neu bei der Fernfahrer-Nothilfe, Bernd Treffkorn (67) hat den Service gegründet.  © Christian Juppe

Bernd Treffkorn (67) aus Weißwasser ist mittlerweile in Rente, die tagtäglichen Probleme seiner ehemaligen Kollegen lassen ihn aber nicht los. 

Er gründete vor wenigen Wochen die Fernfahrer-Nothilfe und ist mit Ehrenamtlichen jeden Abend auf den Autobahnen unterwegs, um zu helfen.

Treffkorn ist quasi der Engel der Fernfahrer. "Man muss sich vorstellen: Die Lenkzeiten werden streng kontrolliert, die Trucker müssen Pausen einlegen. Was fehlt, sind aber ausreichend Parkflächen auf den Rasthöfen", sagt Treffkorn. 

"Die Fahrer parken dann zwangsweise in den Ein- und Ausfahrten, was kreuzgefährlich ist." 

Deshalb haben er und seine rund zehn aktiven Mitglieder einen neuen Service ins Leben gerufen. "Ab sofort meldet das MDR-Radio mit unserer Hilfe noch freie LKW-Stellplätze entlang der sächsischen Autobahnen."

Auch für die Fahrer selbst ist Treffkorn täglich im Einsatz. "Wer Kopfschmerzen hat, kann bei uns Schmerztabletten bekommen, wer Zahnweh hat, den holen wir ab und fahren ihn zum ärztlichen Notdienst. Ohne unsere Hilfe kommen die Trucker ja nicht runter vom Rastplatz. Und welche Fahrer kann sich schon ein Taxi leisten!" 

Die Fernfahrer-Nothilfe soll es bald deutschlandweit geben. "Wir expandieren zeitnah nach Baden-Württemberg, die Planungen laufen. Es muss sich etwas an der Situation für die Fahrer ändern, nicht nur was deren Arbeitsumstände angeht, auch die Wertschätzung betreffend."

Der Ex-Trucker im Gespräch mit Fernfahrer Kamil (26) aus Polen, dem er das neue Angebot näherbringen will.
Der Ex-Trucker im Gespräch mit Fernfahrer Kamil (26) aus Polen, dem er das neue Angebot näherbringen will.  © Christian Juppe
Ihor (40) und Alexander (40) aus der Ukraine freuen sich, dass sich jemand der Sorgen der Fernfahrer annimmt. Der Sachse versucht, die kleinen Alltagsprobleme zu lösen.
Ihor (40) und Alexander (40) aus der Ukraine freuen sich, dass sich jemand der Sorgen der Fernfahrer annimmt. Der Sachse versucht, die kleinen Alltagsprobleme zu lösen.  © Christian Juppe

Wer sich wie Bernd Treffkorn engagieren will oder die Initiative unterstützen will: 0157 3472 98 87. 

Titelfoto: Christian Juppe

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