Hotel-Hochhaus an der "Prager": Das Newa ist jetzt auch schon 50

Dresden - Kaffee für Taxifahrer statt großer Geburtstagsparty - Corona schränkt ein. Trotzdem: Das Dresdner Pullman-Hotel Newa hat allen Grund zum Feiern. Vor genau 50 Jahren empfing das damalige Interhotel an der Prager Straße seine ersten Gäste.

Kurz vor der Eröffnung vor 50 Jahren: Bauarbeiter hissen auf dem Dach des Interhotel Newa die Fahne der DDR.
Kurz vor der Eröffnung vor 50 Jahren: Bauarbeiter hissen auf dem Dach des Interhotel Newa die Fahne der DDR.  © Archiv

In den über 300 Zimmern auf 14 Etagen übernachteten seither Millionen Gäste, darunter viele Promis. 

Kubas Staats-Chef Fidel Castro (†2016) gastierte hier ebenso wie Geiger David Oistrach (†1974), Dirigent Herbert von Karajan († 1989), Frank Elsner (78) oder die Mannschaft des FC Bayern München. 

Kaum ein Wunsch wurde ihnen abgeschlagen - Sängerin Katja Ebstein (75) bekam sogar einen Fasan nach Elsässer Art im Restaurant serviert. 

Möglich machte es Küchenchef Dieter Dornig - ein Jahr nach der Eröffnung "checkte" er im Hotel ein und blieb ihm bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2018 stolze 46 Jahre (!) treu.

"Für die Dresdner und seine Gäste wurde das Hochhaus zum Orientierungspunkt im Stadtzentrum", so Marketingchef Adrian Anger. 

Beim Jahrhunderthochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen

Azubi Florian May (18) bringt Taxifahrer Alexander Noack (44) einen Geburstagskaffee ans Auto.
Azubi Florian May (18) bringt Taxifahrer Alexander Noack (44) einen Geburstagskaffee ans Auto.  © Eric Münch
Der langjährige Chefkoch Dieter Dornig kann auf 46 Dienstjahre im Newa zurückblicken.
Der langjährige Chefkoch Dieter Dornig kann auf 46 Dienstjahre im Newa zurückblicken.  © PR
Fidel Castro 1972 - er kehrte nicht nur im Hotel Newa ein. Der kubanische Regierungs-Chef schüttelte auch Bauarbeitern auf der Prager Straße die Hände.
Fidel Castro 1972 - er kehrte nicht nur im Hotel Newa ein. Der kubanische Regierungs-Chef schüttelte auch Bauarbeitern auf der Prager Straße die Hände.  © Ulrich Hässler

Aber auch zum Beobachtungspunkt. Im Oktober 1989 filmte Siegbert Schenke vom Hotelfenster aus, wie Menschenmengen in den Hauptbahnhof drängten, um zu den Zügen der Prager Botschaftsflüchtlinge zu gelangen. 

Der mutige Filmer wurde für seine bewegenden Aufnahmen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Neben der politischen Umwälzung überlebte das Haus - wenn auch stark in Mitleidenschaft gezogen - das Jahrhunderthochwasser im August 2002. 

Danach wurde es von Grund auf saniert. Mit raumhohen Panoramafenstern bekam es ein neues Gesicht.

Titelfoto: Eric Münch, Ulrich Haussler, PR, Archiv (Montage)

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