"Im Gefängnis - Vom Entzug der Freiheit": Beklemmende Ausstellung im Hygienemuseum

Dresden - Einen Blick in den Knast werfen - das geht ab dem heutigen Samstag in der Sonderausstellung "Im Gefängnis - Vom Entzug der Freiheit" im Hygienemuseum Dresden

Die 48 Sanduhren demonstrieren: Im Gefängnis vergeht die Zeit langsamer.
Die 48 Sanduhren demonstrieren: Im Gefängnis vergeht die Zeit langsamer.  © Thomas Türpe

Bis 31. Mai gestatten drei orangefarbene, vergitterte Ausstellungs-Zellen und zwei "Freiräume", sich dem Thema Gefängnis als Strafvollzug zu nähern (Infos/Termine unter: www.dhmd.de). 

Die drei großen Themen der Schau - Freiheitsentzug, Gefängnisalltag und Regelverletzung - werden mit 197 Exponaten illustriert. 

Darunter finden sich Objekte wie ein selbst gebauter Tauchsieder, verschluckte Gegenstände, die eine Aufnahme ins Krankenhaus erzwingen sollten, präparierte Bücher, Schlagringe, ein Penis-Ersatz. 

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Aber auch ein Schlüssel, den der bekannte dänische Dieb Carl August Lorentzen aus einem Löffel sägte, um damit 1949 zum neunten Mal aus dem Gefängnis Horsens auszubrechen.

Wirklich innovativ: Der Besucher kann Kontakt zu Gefängnisinsassen aufnehmen. Sieben Inhaftierte der JVAs Zeithain und Chemnitz beantworten via Postkarte gestellte Fragen. 

Museumsführer David Münster (44) und Anna Unger (28) schauen sich die Zelle "Regelverletzungen" an.
Museumsführer David Münster (44) und Anna Unger (28) schauen sich die Zelle "Regelverletzungen" an.  © Thomas Türpe
Besucher können in die Zelle, als auch aus der Zelle schauen.
Besucher können in die Zelle, als auch aus der Zelle schauen.  © Thomas Türpe

Neun moderierte Skype-Gespräche mit Gefangenen begleiten die Ausstellung ebenso wie Führungen durch die Schau mit Ex-Häftlingen.

Titelfoto: Thomas Türpe

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