Immer mehr Widerstand gegen Dresdner Affenhaus

Dresden - Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über den Neubau der Orang-Utan-Anlage im Zoo. Gegen die Pläne regt sich immer mehr Protest, nicht nur von Tierschützern.

Petition für einen nachhaltigen und digitalen Zoo der Zukunft: Dietrich Kammer (37, v.l.), Margret Aurin (32), Konstantin George (33), Katharina Bachstein (32).
Petition für einen nachhaltigen und digitalen Zoo der Zukunft: Dietrich Kammer (37, v.l.), Margret Aurin (32), Konstantin George (33), Katharina Bachstein (32).  © Ove Landgraf

Folgen die Stadträte der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, dann macht die Stadt mit einem Darlehen den Weg frei für die 17 Millionen Euro teure kreisrunde Anlage.

Deren Bau (dauert mehr als zwei Jahre) könnte dann im Sommer beginnen, soll die Lebensbedingungen der fünf Sumatra-Orang-Utans verbessern.

Nach Protesten von Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (50) und der Tierschutzorganisation PETA erhielt OB Dirk Hilbert (49, FDP) in den vergangenen Wochen 30 Petitionen von Bürgern und Initiativen, die sich gegen den Neubau aussprechen.

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Auch die Dresdner Illustratorin Margret Aurin (32) findet die Haltung von Menschenaffen und anderen Wildtieren in räumlich begrenzten Anlagen nicht artgerecht und nicht mehr zeitgemäß.

In einer Rathaus-Petition fordert sie mit ihren Mitstreitern einen "nachhaltigen und digitalen Zoo der Zukunft". Kernpunkte: Vor allem heimische Nutztiere sollen Gästen nähergebracht werden.

Die könnten erleben, wie Schafe geschoren werden oder Küken aus Hühnereiern schlüpfen. Das fördere das Verständnis für Umwelt und Nachhaltigkeit, so Aurin.

PETA plant Demo gegen Affenhaus

Sieht den Dresdner Zoo nicht in einer digitalen Vorreiterrolle: Direktor Karl-Heinz Ukena (50).
Sieht den Dresdner Zoo nicht in einer digitalen Vorreiterrolle: Direktor Karl-Heinz Ukena (50).  © Steffen Füssel

Peta will am Mittwoch, ab 15.15 Uhr vor der Messe demonstrieren

Virtual Reality (VR, auch ohne Brille möglich) ermöglicht das Erleben von Wildtieren, ohne etwa Elefanten vor Ort halten zu müssen.
Virtual Reality (VR, auch ohne Brille möglich) ermöglicht das Erleben von Wildtieren, ohne etwa Elefanten vor Ort halten zu müssen.  © 123RF/Leo Lintang

Und: Der Bau eines Virtual Reality Hauses soll Dresden zum digitalen Zoo-Vorreiter machen.

Darin können Besucher (auch ohne VR-Brille) auf 360-Grad-Schauen (ähnlich wie im Panometer) etwa Löwen und ihr natürliches Verhalten in der Savanne erleben.

"Im Winter geht's zur Antarktis und zur Monsunzeit nach Indien. Viele fremde Welten könnten so zum Greifen nahe gebracht werden", sagt Aurin. "Die junge Generation wächst ohnehin digital auf, ist der Besucher von morgen."

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Direktor Karl-Heinz Ukena (50) habe das VR-Thema im Blick, sieht Dresden als mittelgroßen Zoo aber nicht in einer Vorreiterrolle: "Unser Fokus liegt darauf, die Tiere vernünftig unterzubringen."

PETA will am Mittwoch ab 15.15 Uhr vor der Messe während der Stadtrats-Abstimmung demonstrieren.

Titelfoto: Ove Landgraf

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