"In einzelnen Teilen unregierbar": Rechtspopulisten radikalisieren laut Politologe die Sorgen der Bürger

Dresden - Jedes Jahr nimmt das "Mercator Forum Migration und Demokratie" (MIDEM) die Aktivitäten europäischer Rechtspopulisten unter die Lupe. Im diesjährigen Report beschäftigten sich Forscher um den Politologen Hans Vorländer (67) mit deren Agieren in der Pandemie. Sachsen nimmt dabei einen Ausnahmefall ein.

Starke Widerstände gegen die Maßnahmen. Das zeigte sich auch auf einer Kundgebung in Dresden.
Starke Widerstände gegen die Maßnahmen. Das zeigte sich auch auf einer Kundgebung in Dresden.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Wo sie regieren, halten sie eher still - in der Opposition versuchen Rechtspopulisten jedoch, auf die Proteste aufzuspringen, so ein Fazit der Studie in zwölf Ländern.

Extra angesehen hat sich Vorländer nochmals die Situation in Sachsen, spricht hier von "Unregierbarkeit in einzelnen Teilen": "Es gibt starke Widerstände, die Maßnahmen zu akzeptieren und implementieren", so der Dresdner Politologe.

"Es gibt einen Block verfestigter Einstellungen, wo die Inzidenzen hoch und die Impfrate besonders niedrig ist, da haben Sie ein Problem, die Maßnahmen der Regierung durchzusetzen. Das ist in gewisser Hinsicht die Kontinuierung eines Verhaltens, welches wir noch aus den Zeiten von Pegida kennen."

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Strategie von Rechtspopulisten und -extremisten sei es, die Sorgen der Bürger zu nutzen, um diese zu radikalisieren. "Da scheint Sachsen ein guter Resonanzboden zu sein", so Vorländer.

Prof. Hans Vorländer (67) hat mit anderen Forschern zusammen die Aktivitäten europäischer Rechtspopulisten unter die Lupe genommen.
Prof. Hans Vorländer (67) hat mit anderen Forschern zusammen die Aktivitäten europäischer Rechtspopulisten unter die Lupe genommen.  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Bemerkenswert: Fast europaweit hatten Rechtspopulisten harte Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zuerst befürwortet. Der Schwenk zu den Maßnahme-Gegnern kam erst mit den zunehmenden Protesten auf.

Titelfoto: Montage: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa, Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

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