Sachsens Inzidenz sinkt, doch wieso sterben immer noch so viele an Corona?

Dresden - Corona birgt für viele Rätsel: Da kann sich Sachsen seit Tagen über eine sinkende Inzidenz freuen - und doch ist die Zahl der Neuinfektionen (+838) und Todesfälle (+84 zum Vortag) weiterhin hoch. Wie kann das sein?

Zwischen 30 und 40 Prozent der Corona-Kranken sterben. Das höchste Risiko haben ältere Menschen. Im Bild symbolisch eine Intensiv-Station der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz.
Zwischen 30 und 40 Prozent der Corona-Kranken sterben. Das höchste Risiko haben ältere Menschen. Im Bild symbolisch eine Intensiv-Station der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz.  © DPA/Robert Michael

Dazu muss man sich die Zusammensetzung der Inzidenz anschauen: Sie ist ein durchschnittlicher Wert der Gesamtbevölkerung.

Laut Robert-Koch-Institut waren aber 86 Prozent der in Deutschland an Covid Verstorbenen 70 Jahre oder älter. Und in dieser Altersgruppe ist die Inzidenz doppelt so hoch wie der Durchschnitt.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) betont nicht umsonst, dass in Sachsen besonders viele alte Menschen leben. Damit ist auch hier die Sterblichkeit so hoch.

Studien haben zudem ergeben, dass es selbst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus für vormalige Corona-Patienten gefährlich werden kann: Sie leiden an Thrombosen vom langen Liegen, haben weiter Lungenprobleme oder waren schlicht zu lange nicht an der frischen Luft, um das Immunsystem vernünftig anzukurbeln!

Vor allem, so das Köpping-Ministerium, gibt es statistische Unschärfen: Nur große Gemeinden haben 100.000 und mehr Einwohner, auf die sich die Inzidenz bezieht. Darunter handele es sich um eine "fiktive Inzidenz".

Auch gebe es "Differenzen zwischen den addierten täglichen gemeindegenauen Neuinfektionsfällen und denen durch die Landesuntersuchungsanstalt für den jeweiligen Landkreis als amtliche Zahl ausgewiesenen" Wert.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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