Jazz-Urgestein Klaus Wilk verrät die letzten Dixie-Geheimnisse

Dresden - Kleiner Trost für alle Fans, die in diesem Jahr kein Dixieland-Festival feiern können und noch um die Jazztage bangen. Das Dresdner Jazz-Urgestein Klaus Wilk (81) gibt ihnen Zucker - im brandneuen Buch "Jazz Dresden Jazz" (Notschriften-Verlag). Inklusive kleiner Geheimnisse, die aufhorchen lassen ...

Autor Klaus Wilk (81, l.) hat sie alle live gehört, auch Boogie-Woogie-Legende Steve Clayton (57).
Autor Klaus Wilk (81, l.) hat sie alle live gehört, auch Boogie-Woogie-Legende Steve Clayton (57).  © Jochen Eckhold

Schon 1926 gastierte die erste Jazzband aus New York in Dresden. Das "Hopkins Neger Tanz-Orchester" brachte den Tanzsaal im Hotel "Savoy" auf der heutigen Hochschulstraße zum Kochen. Gefolgt von den "Chocolate Kiddies", die eine Woche in der "Libelle" auf dem Ausstellungsgelände in der Lennéstraße spielten.

Ab den 50er-Jahren hört Wilk, der gelernte Maurer, selbst Jazz. Im Betriebsfunk des Pirnaer Entwicklungs- und Gasturbinenbaus stellte er Bands vor. Es war die Zeit der ersten Jazz-Zirkel. 

Der von Kult-Moderator Karlheinz Drechsel (89) musste allerdings nach drei Jahren seine Tätigkeit "wegen Unvereinbarkeit mit der Erziehungsaufgabe" aufgeben. 

Doch im "Roten Kakadu" im Parkhotel öffnete ein Jazzkeller - Eintritt: 1,05 Mark Ost.

Die Konzerte von Duke Ellington Orchestra und Lionel Hampton sind Wilks Jazz-Highlights

Klaus Wilk kennt sogar noch die Ur-Besetzung der "Elb Meadow Ramblers", die sich 1955 als Amateur-Dixie-Band gründeten.
Klaus Wilk kennt sogar noch die Ur-Besetzung der "Elb Meadow Ramblers", die sich 1955 als Amateur-Dixie-Band gründeten.  © Notschriften Verlag

Als 1965 Louis Armstrong 17 Konzerte in der DDR gab, "war ich in Leipzig dabei. Ich war gerade bei der NVA und musste in Uniform zum Konzert. Aber das war mir egal", erinnert sich Wilk.

"Die Konzerte vom Duke Ellington Orchestra 1977 im Kulti und 1983 von Lionel Hampton sind meine Jazz-Highlights." Seine Stars hört Rauschebart Wilk bis heute auf Platten. 

"Vor zwei Jahren erst haben mir meine Frau und mein Enkel einen neuen Plattenspieler geschenkt", lacht Wilk. 

"Jazz Dresden Jazz" jazzt auf 176 Seiten.
"Jazz Dresden Jazz" jazzt auf 176 Seiten.  © Notschriften Verlag
Den ersten Jazz brachte 1926 das "Hopkins-Neger Tanz-Orchester" von New York nach Dresden.
Den ersten Jazz brachte 1926 das "Hopkins-Neger Tanz-Orchester" von New York nach Dresden.  © Notschriften Verlag

Ein Handy hat er bis heute nicht ...

Titelfoto: Jochen Eckhold

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