Kampf für Obdachlose und Bedürftige: Die Heilsarmee macht mobil

Dresden - Obdachlose und Bedürftige zählen zu den Schwächsten unserer Gesellschaft. Doch sie haben eine starke Lobby: die Heilsarmee. 

Matthias Michael (59) holt sich jeden Tag um 12.30 Uhr sein Mittag im Tagestreff ab.
Matthias Michael (59) holt sich jeden Tag um 12.30 Uhr sein Mittag im Tagestreff ab.  © Steffen Füssel

Das Dresdner Korps hat derzeit alle Hände voll zu tun, denn Corona stellt die Mitarbeiter und Helfer vor neue Herausforderungen.

Im Treffpunkt an der Reicker Straße, für viele Obdachlose und Bedürftige ein Ort zum Essen und Zusammensein, ist alles neu organisiert. Seit ein paar Tagen gibt es Frühstück und Mittagessen nur noch "to go". 

Gekocht wird wie immer. Doch jetzt wird alles aufwendig zum Mitnehmen verpackt. "In einer Woche haben wir 500 Euro für Verpackungsmaterial ausgegeben", sagt Kapitänin Rosi Scharf (58). Sie wuppt die tägliche Arbeit derzeit mit elf weiteren Mitarbeitern und nur 15 Ehrenamtlern (normalerweise sind es um die 40).

Während sich die Essensausgabe im Treffpunkt Reicker Straße innerhalb einer Woche halbiert hat, steigt der Aufwand bei den Notfallpaketen (800 im Monat), die nun vielfach per Kleinbus täglich an Bedürftige und Kranke ausgefahren werden. 

Zudem wird seelische Hilfestellung wichtiger, deshalb macht die Heilsarmee neuerdings auch Telefonseelsorge: "Wir sprechen mit den Menschen und rufen sie regelmäßig an", so Rosi Scharf. "Angst", sagt sie, ist es, was ihr bei den Bedürftigen am häufigsten begegnet. "Aber sie verdrängen das."

Die Helfer der Heilsarmee erleben aber auch viel Dankbarkeit, wenn sie ihre Runden fahren und Desinfektionsmittel an Obdachlose verteilen. "Da haben manche Tränen in den Augen." 

Die Heilsarmee Dresden freut sich über jede Unterstützung: heilsarmee.de/dresden

Das ist die Heilsarmee

Die Heilsarmee ist eine christliche Freikirche mit ausgeprägter sozialer Tätigkeit. Sie nahm im Jahr 1865 in London ihren Anfang und verbreitete sich ab den 1880er-Jahren schrittweise über die ganze Welt (Stand 2018: 131 Länder). 

Der Kampf der Heilsarmee gegen das Elend und ihre Organisationsform wurde straff militärisch strukturiert - dazu gehörte die Einführung von Rängen, Uniformen und Symbolen. In Deutschland ist die Heilsarmee seit 1886 aktiv. 

Kapitänin Rosi Scharf (58) kümmert sich darum, dass alles klappt.
Kapitänin Rosi Scharf (58) kümmert sich darum, dass alles klappt.  © Steffen Füssel
Morgens holt die Heilsarmee Lebensmittel von den Märkten ab.
Morgens holt die Heilsarmee Lebensmittel von den Märkten ab.  © Heilsarmee Dresden
Die Zahl derer, denen Notfallpakete gebracht werden müssen, steigt.
Die Zahl derer, denen Notfallpakete gebracht werden müssen, steigt.  © Heilsarmee Dresden

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Titelfoto: Steffen Füssel

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