"Aktuelle Entwicklung ein Desaster": Eislauf Verein Dresden watscht DESG ab

Dresden - Der Vorstand des Eislauf Vereins Dresden hat das Not-Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) scharf attackiert.

Aus Sicht des Vorstands des EV Dresden gebe es nur zwei Möglichkeiten, aus der Krise zu kommen.
Aus Sicht des Vorstands des EV Dresden gebe es nur zwei Möglichkeiten, aus der Krise zu kommen.  © Peter Kneffel/dpa

Der Verband befinde sich "in ineffizienten Strukturen und lässt klare Strategien zur Bewältigung der Lage vermissen", kritisierte der Verein in einem Schreiben, das auch an Landesverbände und Eislauf-Vereine in Deutschland ging. 

Der Verband sei "nicht zukunftsfähig", heißt es in dem Brief weiter. Die Situation der finanziell angeschlagenen DESG sei "katastrophal und die aktuelle Entwicklung ein Desaster."

Wegen der Corona-Krise waren am 28. März die Präsidiumswahlen abgesagt worden. Für das seit November 2019 vakante Präsidenten-Amt hatten zwei Kandidaten ihre Bewerbungen abgegeben: Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große und der in der Eisschnelllauf-Szene bislang gänzlich unbekannte Michael Kurz.

Aus Sicht des Vorstands des EV Dresden gebe es zwei Möglichkeiten, aus der Krise zu kommen: Entweder führe Vizepräsident Uwe Rietzke den Verband "mit klarer Strategie, Struktur und Handwerk auf einer finanziellen Basis" oder Matthias Große werde umgehend zum kommissarischen Präsidenten berufen. 

Der Berliner Immobilienunternehmer hatte die Schließung der auf 400 000 Euro bezifferten Finanzlücke über Sponsoren in Aussicht gestellt.

Vizepräsident Rietzke äußert sich nicht

Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein. Ihr Mann hat für das seit November 2019 vakante Präsidenten-Amt eine Bewerbungen abgegeben.
Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein. Ihr Mann hat für das seit November 2019 vakante Präsidenten-Amt eine Bewerbungen abgegeben.  © Peter Dejong/ap/dpa

Vizepräsident Rietzke habe in den zurückliegenden Wochen "nicht mit Klarheit überzeugen können" und verfahre weiter "so wie in den letzten Monaten", heißt es in dem von EV-Vorstandschef Silvio Schirrmeister unterzeichneten Schreiben. 

Rietzke wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu dem Vorwurf nicht äußern. 

In einem dpa-Interview hatte er zuvor erklärt, dass die Wahl des Präsidiums erst bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im September erfolgen werde. Ob er selbst als DESG-Präsident kandidieren wolle, ließ der 57 Jahre alte Dresdner dabei offen.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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