Keine Einigung im Liegen-Streit: Wird das die letzte Saison für den Citybeach?

Dresden - Es könnte die letzte Saison für den beliebten Citybeach sein! Betreiber Frank Weisbach (42) hat nach wie vor keine Einigung mit der Stadt im Liegen-Streit erzielen können. "Wir erwarten erhebliche Umsatzeinbußen", prophezeit er. Schon seit Monaten setzt sich Weisbach mit Umweltamt, Bauaufsicht und Stadtplanung auseinander.

Aktuell wird auf dem Citybeach-Gelände gebaut: An den Volleyballfeldern entsteht ein Schallschutz.
Aktuell wird auf dem Citybeach-Gelände gebaut: An den Volleyballfeldern entsteht ein Schallschutz.  © Eric Münch

Nach 15 Jahren ohne Probleme soll er plötzlich keine Liegen mehr auf dem Wiesenstück zum Elberadweg hin aufstellen dürfen. Hochwasser- und Vogelschutz bringen die Ämter als Gründe vor. "Das bedroht unsere Existenz", so Weisbach. Er dürfe die Wiese nicht mehr gewerblich nutzen.

Aus dem Rathaus heißt es auf TAG24-Anfrage sogar: "Die Nutzung der Wiesenfläche war noch nie genehmigt. Das heißt, die Nutzung ist ab sofort nicht (mehr) zulässig." Der Betreiber hält dagegen: "Ich habe die Unterlagen aus den vergangenen Jahren da, natürlich war die Nutzung genehmigt."

Derzeit lässt Weisbach eine Lärmschutzwand an den Volleyballfeldern errichten. "Mit dem nebenan entstehenden Hotel gibt es keine Probleme. Wir stehen in Kontakt mit den Verantwortlichen und arbeiten zusammen. Es geht nur um die Liegewiese, die seit 15 Jahren so besteht." 

Marcus Köhler (38), Manager des Arcotel nebenan, bestätigt das. "Wir sind erstaunt, was da jetzt los ist. Wir suchen den nachbarschaftlichen Austausch und haben auch schon Gespräche mit dem Citybeach-Team geführt."

Für die kommende Saison gibt es zwar einen Plan, wie es danach weitergeht, ist aber noch fraglich. "Wir werden noch eines unserer Volleyballfelder opfern müssen, um dort wenigstens einige Liegen unterzubringen und Sitzmöglichkeiten zu schaffen." 

Heißt: Weniger Platz für alle. Nun gibt es auch eine Online-Petition für den Erhalt des Citybeachs, Stadträte wollen sich dem Problem annehmen. "Vielleicht gibt es doch noch einen Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können", hofft Weisbach. Er prüft nun aber doch den Gang zum Gericht.

Grünen-Stadtrat Thomas Löser (48) hat sich Vorort selbst ein Bild gemacht. "Das Problem ist aus meiner Sicht, dass einerseits die Ämter rechtlich gebunden sind, aber in den letzten Jahren wohl niemand so genau auf die Nutzung vor Ort geschaut hat. Das Ganze wurde im Zuge der Bauarbeiten zur Hafencity neu bewertet. Nun ist es nach außen hin schwer vermittelbar, dass etwas, das jahrelang ging, jetzt nicht mehr möglich ist", sagt er. 

"Zwar gibt es rechtliche Auflegen, Ämter haben aber auch einen gewissen Ermessensspielraum. Ich wünsche mir, dass eine Lösung gefunden und die Sachlage nochmal neu und wohlwollend bewertet wird. Der Citybeach ist wichtig für Dresden."

Aktuell wird auf dem Citybeach-Gelände gebaut: An den Volleyballfeldern entsteht ein Schallschutz.
Aktuell wird auf dem Citybeach-Gelände gebaut: An den Volleyballfeldern entsteht ein Schallschutz.  © Eric Münch

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