So massiv war das geheime Waffenlager des KSK-Soldaten

Berlin/Collm - Schockierende neue Erkenntnisse über das Waffenlager des KSK-Elitesoldaten Philipp S. (45) in Nordsachsen: Er hat massiv Munition und Sprengstoff abgezweigt - teilweise aus Beständen der Bundeswehr.

Philipp S. (45) wurde Mitte Mai mit großem Sicherheitsaufgebot in Dresden dem Haftrichter vorgeführt.
Philipp S. (45) wurde Mitte Mai mit großem Sicherheitsaufgebot in Dresden dem Haftrichter vorgeführt.  © Holm Helis

Das berichten "Spiegel" und "taz" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums. 

Demnach fanden die Ermittler im Waffenversteck im Garten von S. in Collm unter der Erde: ein Sturmgewehr AK-47, Tausende Schuss Munition für Pistolen und Gewehre.

Außerdem zwei Kilogramm hochexplosiven PETN-Plastiksprengstoff mit passender Sprengschnur, Schreckschuss- und Luftdruckwaffen, neun Rauchgranaten, diverse Zünder, Signalpatronen und eine Armbrust. Zudem NS-Devotionalien.

Mindestens Sprengstoff und Patronenmunition wurden unbemerkt bei der Bundeswehr abgezweigt. Das sorgt für Unruhe im Verteidigungsministerium.

Philip S. soll seit fast 20 Jahren beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr sein. Dieser Fall habe eine "neue, alarmierende Qualität", so der KSK-Kommandeur in einem Brandbrief (TAG24 berichtete). 

Auf dem Grundstück in Collm (Nordsachsen) hoben Ermittler ein unterirdisches Waffendepot aus.
Auf dem Grundstück in Collm (Nordsachsen) hoben Ermittler ein unterirdisches Waffendepot aus.  © Axel Kaminski

Denn die Elitetruppe hat ein Rechtsextremismusproblem. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU) will das KSK nun gründlich durchleuchten lassen.

Bei S. gab es seit 2017 Hinweise auf Verbindungen zu anderen rechtsextremistischen Soldaten. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ob er Mittäter hatte, ist noch unklar.

Titelfoto: Holm Helis

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