Klima-Irrsinn: Kaum noch Schnee, aber Sachsen genehmigt Pistenausbau!

Dresden - Heilige Ignoranz! Während eine frisch erstellte Studie Sachsens Skigebiete wegtauen sieht, genehmigt die oberste Landesbehörde einen neuen Lift und den Pistenausbau.

Auch in Altenberg entsteht dieser Tage ein neuer Skilift. Hier Monteur Marek Kedzior (42) bei der Arbeit.
Auch in Altenberg entsteht dieser Tage ein neuer Skilift. Hier Monteur Marek Kedzior (42) bei der Arbeit.  © Egbert Kamprath

Die Untersuchung entstammt der Feder des Landesumweltamtes. Das Fazit: Die Schneesicherheit hat in Sachsen flächendeckend abgenommen - und es kommt noch schlimmer.

Untersucht wurden 28 Skigebiete in den Zeiträumen 1961 bis 2015 und 2021 bis 2050. 

"Winter mit ausreichend Schnee werden deutlich seltener auftreten. Ursache ist vor allem die Temperaturentwicklung", heißt es in der Zusammenfassung. Im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 seien die Winter in Sachsen oberhalb von 400 Metern um circa ein Grad wärmer geworden. 

Die Anzahl von Frosttagen habe um mehr als sieben Prozent abgenommen. "Es ist davon auszugehen, dass sich die Erwärmung bei gleichbleibendem Niederschlag bis zum Ende des Jahrhunderts mit einer Bandbreite von +1,5 Grad bis +5 Grad fortsetzt." 

Schon jetzt liege das Temperaturniveau in Sachsen bei circa +1,5 Grad. Deshalb werde es im Winter künftig eher regnen als schneien, lautet die amtliche, streng wissenschaftlich erhobene Prognose.

Regina Kraushaar (56) steht im Fokus.
Regina Kraushaar (56) steht im Fokus.  © Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
Für manche die Lösung, für manche ein Umweltfrevel: Schneekanonen wie hier am Fichtelberg sollen den ehemaligen Skiorten die Zukunft sichern.
Für manche die Lösung, für manche ein Umweltfrevel: Schneekanonen wie hier am Fichtelberg sollen den ehemaligen Skiorten die Zukunft sichern.  © Bernd März
Nur noch wenig Naturschnee: Oberwiesenthal ist mit 914 Metern über Normalnull die höchstgelegene Stadt Deutschlands.
Nur noch wenig Naturschnee: Oberwiesenthal ist mit 914 Metern über Normalnull die höchstgelegene Stadt Deutschlands.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Landesdirektion hat für Oberwiesenthal Erweiterung zweier Skipisten genehmigt

Zeitgleich trifft diese Nachricht ein: Die Landesdirektion hat für Oberwiesenthal die Erweiterung zweier Skipisten und neue Beschneiungsanlagen genehmigt. Auch ein neuer Sessellift darf nun kommen, so Direktorin Regina Kraushaar (56) stolz. 

Zugleich wird die benachbarte Rennrodelbahn teilweise zurückgebaut ...

Demgegenüber wirbt der Landestourismusverband angesichts der Schnee-Studie um grundsätzlich neue Ideen und relativiert: "Bei allen Überlegungen und Bemühungen gilt es zu beachten, dass die Studie eine Prognose für die nächsten 30 Jahre darstellt. Deshalb kann es auch weiterhin Winter in den sächsischen Kammlagen geben und der klassische Wintersport möglich sein."

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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