Klimaschutz und Vereinsamung: Dissidenten fordern neue Struktur im Rathaus

Dresden - Im Sommer entscheidet sich, wie es im Rathaus in den nächsten sieben Jahren weitergeht. Dann wird nämlich nicht nur der OB neu gewählt, sondern auch fünf der sieben Fachbürgermeister.

Chef-Dissident Johannes Lichdi (58, Grüne) hat auf Missstände hingewiesen.
Chef-Dissident Johannes Lichdi (58, Grüne) hat auf Missstände hingewiesen.  © Steffen Füssel

Die "Dissidenten" im Stadtrat wollen das zum Anlass nehmen, Dresden beim Klimaschutz, der Bürgerbeteiligung und dem Thema Vereinsamung umzustrukturieren.

"Die Dresdner Bilanz nach 25 Jahren Klimaschutzbemühungen ist niederschmetternd", sagt der Fraktionsvorsitzende Johannes Lichdi (58, Grüne). Der Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen dümpele bei zehn Tonnen herum. "Um die Ziele der Bundesrepublik für Dresden zu realisieren, muss der bis 2030 halbiert werden."

In ihrem Antrag fordern die Dissidenten deshalb die Schaffung eines Klimabeirats, der die städtischen Gremien berät. Zusätzlich soll für die Koordinierung und Beschleunigung der Maßnahmen eine Stabsstelle "Zentrale Klimaschutzstrategien" geschaffen werden. "Das bedeutet aber nicht zwingend neues Personal", stellt Lichdi klar.

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Aber nicht nur beim Klimaschutz soll Dresden "den Turbo einlegen". Für die Themen Bürgerbeteiligung und Einsamkeit sollen ebenfalls Stabsstellen geschaffen werden.

Stadtrat Michael Schmelich (67, Grüne) hat sich zum achten Bürgermeisterposten geäußert.
Stadtrat Michael Schmelich (67, Grüne) hat sich zum achten Bürgermeisterposten geäußert.  © Eric Münch

Einen achten Bürgermeisterposten, der rechtlich mittlerweile möglich wäre, wolle man nicht, sagt "Dissident" Michael Schmelich (67, Grüne). Die Entscheidung über die Vorschläge trifft nun der Stadtrat.

Titelfoto: Steffen Füssel

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