Knappe Mehrheit besiegelt den Kompromiss: Dresdens Kita-Gebühren steigen

Dresden - Jahrelang war die Höhe der Kita-Gebühren in Dresden eingefroren. Nun hat der Stadtrat sie aufgetaut.

Für die Betreuung ihrer Kinder müssen Dresdens Eltern ab September mehr bezahlen.
Für die Betreuung ihrer Kinder müssen Dresdens Eltern ab September mehr bezahlen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Mit knapper Mehrheit beschloss der Stadtrat eine Erhöhung ab September. Auf diese hatten sich SPD, Grüne, CDU und FDP im Vorfeld in einem gemeinsam erarbeiteten Kompromiss verständigt.

Mit dem wird ein Krippenplatz für das erste Kind beispielsweise rund sechs Euro pro Monat teurer. Mit dem Vorschlag der Stadtverwaltung wären es 65 Euro gewesen.

"Auch sechs Euro sind für viele Familien spürbar", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnes Scharnetzky (34). Deshalb sollen in den kommenden Jahren keine weiteren folgen.

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Dafür wird die Beteiligung der Eltern an den Betreuungskosten ab kommendem Jahr schrittweise auf die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerte abgesenkt. Obwohl die Kita-Kosten weiter steigen, bleiben die Beiträge so stabil.

"Das bedeutet Planungssicherheit für die Eltern und die Verwaltung", betonte Scharnetzky. Und Matthias Dietze (49, CDU) versichert: "Eltern können ihren nächsten Beitragsbescheid ohne Angst öffnen." Der Beitrag für den Kindergarten steigt um 6,70 Euro, für den Hort um 7,19 Euro und für den Hort an Förderschulen um 5,15 Euro pro Monat.

Die Erhöhung der Kita-Gebühren wurde mit knapper Mehrheit vom Stadtrat beschlossen.
Die Erhöhung der Kita-Gebühren wurde mit knapper Mehrheit vom Stadtrat beschlossen.  © Monika Skolimowska/dpa

Für das Rathaus bedeutet die Entscheidung Einnahmeausfälle in Millionenhöhe. Statt 8,1 Mio. Euro pro Jahr, wie es der Verwaltungsvorschlag vorsah, steigen sie auf 13,1 Mio. Euro jährlich. Finanziert werden soll das aus dem Haushalt.

Gänzlich gegen eine Beitragserhöhung sprach sich Linke-Stadtrat Tilo Kießling (51) aus: "Corona und die Folgen der Pandemie haben viele Menschen hart getroffen, nicht zuletzt Familien mit Kindern. Es gehört sich nicht, genau ihnen bei den Kita-Gebühren noch tiefer in die Tasche zu greifen."

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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