Kretschmer zu möglicher Öffnung von Nord Stream 2: "Ein vergiftetes Angebot!"

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) hält trotz der Gaskrise nichts von einer Öffnung der Pipeline Nord Stream 2.

Michael Kretschmer (47, CDU) warnt vor zu hohen Energiepreisen und setzt auf Nord Stream 1.
Michael Kretschmer (47, CDU) warnt vor zu hohen Energiepreisen und setzt auf Nord Stream 1.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Offerte von Russlands Präsident, Wladimir Putin (69), sie für den Transport von Gas nach Deutschland zu nutzen, sei "ein vergiftetes Angebot", sagte Kretschmer dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Nord Stream 1 funktioniere und die Reduktion der Gasmenge sei eine Reaktion auf die verhängten Sanktionen.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki (70) hatte sich in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) für die Öffnung der Ostseepipeline Nord Stream 2 ausgesprochen, um die Gasspeicher für den Winter zu füllen. Der Vorstoß war auch in seiner eigenen Partei auf Ablehnung gestoßen.

Sachsens Regierungschef warnte allerdings vor den massiven Folgen der hohen Energiepreise: "Diese Energiepreise zerstören alles, was die Grundlage ist, für unsere gesunde Wirtschaft und sozialen Frieden."

Sachsens Ministerpräsident für Einsatz von umstrittener Fracking-Methode

Die Ostseepipeline "Nord Stream 2" in Lubmin.
Die Ostseepipeline "Nord Stream 2" in Lubmin.  © Stefan Sauer/dpa

Die Bundesregierung dürfe nicht "ideologiegetrieben" handeln, sondern müsse alle Kapazitäten bei Braunkohle, Wasserkraft, Biomasse und Atomkraft nutzen.

Zugleich sprach Kretschmer sich erneut dafür aus, auch in Deutschland die umstrittene Fracking-Methode einzusetzen, um Erdgas zu gewinnen. "Heimisches Fracking-Gas wäre eine Möglichkeit, um die Abhängigkeit von Russland und auch vom Weltmarkt zu reduzieren", sagte der CDU-Politiker.

Kretschmer war vor einigen Wochen selbst mit Äußerungen zum Umgang mit Russland und den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs in die Kritik geraten - auch innerhalb seiner eigenen Partei.

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Er forderte, Deutschland müsse im Krieg zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und erwirken, "dass dieser Krieg eingefroren wird". Man brauche weiter russische Rohstoffe.

Titelfoto: Montage: Stefan Sauer/dpa, Sebastian Kahnert/dpa

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