Ab heute Würdigung im Stadtmuseum: 650 Jahre jüdisches Leben in Dresden

Dresden - Auf den ersten Blick nicht so leicht zu sehen: In Dresden steckt viel jüdisches Leben und Geschichte. Eine neue Ausstellung im Stadtmuseum zeigt Berührungspunkte, deren Spuren bis ins Mittelalter reichen.

Stadtmuseumsdirektorin Christina Ludwig (33) vor der "Schrankwand im Wohnzimmer".
Stadtmuseumsdirektorin Christina Ludwig (33) vor der "Schrankwand im Wohnzimmer".  © Christian Juppe

So zeigt ein Stadtmodell den "Jüdenhof" (mit jüdischem Gemeindehaus), der schon 1371 erwähnt wurde. Beim Ratsschatz findet sich ein goldener Becher des Dresdner Hofschmieds Carl David Schrödel (um 1712-1773).

Darin wurden später silberne hebräische Buchstaben eingraviert. Damit konnten Juden den "Kidduschbecher" für Rituale ("Weinsegen") nutzen. Ausgestellt auch ein originales Wegweiser-Schild zur Synagoge, die 1938 im Novemberpogrom zerstört wurde.

30 Ausstellungsstücke erzählen die jüdische Geschichte in Dresden und Sachsen. Dabei wurden auch einige bereits vorhandene Stücke wie die Büste Richard Wagners (1813-1883) um seinen jüdischen Bezug ("Judenhass") erweitert.

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"Wir zeigen auch die Schattenseite, wollen verschiedene Zugänge anbieten, neue Perspektiven zeigen", erklärt Direktorin Christina Ludwig (33). So zeigt eine "Schrankwand im Wohnzimmer" mit Kleiderbügel, Simson-Tasse, Superman-Figur geläufige Gegenstände, die alle jüdischen Ursprungs sind.

Bund und Jüdische Gemeinde unterstützen die Ausstellung ("Rethinking Stadtgeschichte: Perspektiven jüdischer Geschichten und Gegenwarten", bis Ende März, Eintritt: 5/4 Euro). Hintergrund sind das aktuelle Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" und Pläne für ein jüdisches Museum in Dresden bzw. Sachsen.

Dieses Schild wies den Weg zur Synagoge (1840 eingeweiht) der jüdischen Gemeinde in Dresden.
Dieses Schild wies den Weg zur Synagoge (1840 eingeweiht) der jüdischen Gemeinde in Dresden.  © Christian Juppe
Juden durften ab Ende 1938 verschiedene Orte wie die Brühlsche Terasse nicht mehr betreten, worauf Verbotsschilder hinwiesen.
Juden durften ab Ende 1938 verschiedene Orte wie die Brühlsche Terasse nicht mehr betreten, worauf Verbotsschilder hinwiesen.  © Christian Juppe

Ab Donnerstag ist ab 17.30 Uhr kostenfreie Ausstellungs-Eröffnung mit Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke).

Titelfoto: Christian Juppe

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